Seuchenrisiko „Bushmeat“


 
AHO Redaktion Grosstiere19. Juni 2010
 
 Seuchenrisiko „Bushmeat“: 63 Tonnen Fleisch und Fisch pro Woche
 illegal via Airport Paris
 

Quelle: http://www.animal-health-online.de/gross/2010/06/19/seuchenrisiko-bushmeat-63-tonnen-illegales-fleisch-pro-woche-via-airport-paris/14141/#more-14141
 
 London, Phnom Penh, Toulouse (aho/lme) – Der illegale Import von
 Fleisch, Fisch und sogenanntem „Bushmeat“ aus Afrika ist nicht
 nur ein lukratives Geschäft für die Reisenden, sondern auch ein
 erhebliches Seuchenrisiko für die Länder Europas. Bushmeat (dt.
 Buschfleisch) ist eine spezifisch afrikanische Bezeichnung für
 Wildfleisch
 von Tieren, die im Urwald oder in den Savannen gejagt werden. Dazu zählen
 vor allem Duikers (kleine Antilopen), Ratten, Affen und Stachelschweine,
 aber auch andere Säugetiere wie Elefanten oder Büffel sowie Reptilien,
 Schlangen, Frösche und Vögel. Hierunter befinden sich auch
 artengeschützte Spezies (CITES).
 
 Wie eine Untersuchung eines internationalen Wissenschaftlerteams jetzt
 belegt, werden pro Woche allein über den Pariser Flughafen
 „Roissy-Charles de Gaulle“ insgesamt mehr als 63 Tonnen Fleisch
 und Fisch illegal importiert. Hiervon sind rund fünf Tonnen
 „Bushmeat“. Wie einer Publikation der Autoren zu entnehmen ist,
 reisen jede Woche mehr als 17.000 Personen aus Afrika über Paris in die
 Europäische Union ein. Bei eine Stichprobe von 134 Reisenden, wurden sie
 bei jedem zweiten Reisenden im Gepäck fündig. Dabei handelt es sich nicht
 nur um einzelne Fleischportionen in Kühlboxen, sondern auch halbierte
 Affen und um ganzen Schafe und Kälber. Die Ware befindet sich häufig auf
 Grund des langen Reiseweges und der hohen Temperaturen oft im Zustand
 fortgeschrittener Fäulnis. Die ertappten Reisenden gaben an, die Tiere
 unmittelbar vor dem Abflug geschlachtet zu haben. Andere Fleischteile
 waren geräuchert oder gegart. Eine Reihe von Reisenden legten amtliche
 Dokumente aus den Herkunftsländern vor, in denen dem Fleisch eine
 Genusstauglichkeit für den Menschen attestiert wurde. Die durchschnittlich transportierte
 Fleischmenge war 20 Kilogramm.

 Diese Mitbringsel sind nicht nur persönlicher Reiseproviant, sondern sie
 werden auch zu einem Kilopreis von 20 – 30 € an
 Spezialitätenrestaurants – wo auch immer in Europa – verkauft.
 
 Die Autoren der Studie sehen in diesem völlig unkontrollierten Import ein
 hohes Krankheits- und Seuchenrisiko für Menschen und Tiere in ganz
 Europa.
 So kommen doch viele der „Sendungen“ aus Regionen, in der die
 Afrikanische Schweinepest, Ebola und viele bisher unbekannte Erreger
 grassieren.
 
 Auch an deutschen Flughäfen wird immer wieder „Bushmeat“
 gefunden.
 
 Anne-Lise Chaber, Sophie Allebone-Webb, Yves Lignereux, Andrew A.
 Cunningham, & J. Marcus Rowcliffe
 LETTER: The scale of illegal meat importation from Africa to Europe via
 Paris
 Conservation Letters 00 (2010) 1–7; online first, doi:
 10.1111/j.1755-263X.2010.00121.x(c) Copyright  Dr. M. Stein, Am
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