Pressemitteilung des BfT: Das wahre Gesicht der Jagd weder Tier- noch Naturschutz!


Pressemitteilung 5/2014  |  2. März 2014

Das wahre Gesicht der Jagd – weder Tier- noch Naturschutz!

 

Im Rahmen der Novellierung des Saarländischen Jagdgesetzes besteht die Chance, große Fortschritte für den Tier- und Naturschutz zu erzielen. Wir möchten Öffentlichkeit und Medien darüber informieren, was die Jagd für Mensch, Tier und Natur tatsächlich bedeutet.

Wussten Sie, dass …

- jährlich bis zu zehn Millionen Wildtiere in Deutschlands Wäldern getötet werden? Fünf Millionen davon sind in den offiziellen »Jagdstrecken« enthalten; (1) eine Dunkelziffer von weiteren etwa fünf Millionen sind Tiere, die offiziell nicht gezählt werden: Enten und Füchse für die Jagdhundeausbildung, Krähenvögel, verletzt geflüchtete und nie gefundene Tiere. Alle drei Sekunden stirbt in Deutschland ein Tier durch Jägerhand.

- ährlich mehr als 40.000 Hunde und über Hunderttausend Katzen (2) der Jagd zum Opfer fallen? Viele Menschen verlieren dadurch geliebte Familienmitglieder.

- bis zu 70 % der Wildtiere durch den ersten Schuss nicht direkt getötet werden? Viele verbluten langsam oder verhungern elend, weil sie bei der (eventuellen) Nachsuche nicht gefunden wurden. Tieren werden Teile des Kiefers weggeschossen; sie treten bei ihrer Flucht auf ihren eigenen Darm, der ihnen aus der Bauchhöhle hängt; sie flüchten, obwohl ihnen die Gelenke zerschossen wurden. Bernd Krewer, Nachsucheführer, schreibt: »Wir sollten froh sein, dass solche Dinge nicht allzu häufig ans Licht der Öffentlichkeit kommen, es sähe mit unserem Anspruch, Naturschützer zu sein, nicht sehr gut aus.« (3)

- in Deutschland jedes Jahr mehrere Menschen durch die Jagd ums Leben kommen? (4)

- jährlich Böden und Grundwasser mit bis zu 9.000 t hochtoxischem Blei kontaminiert werden? (5)

- jährlich bei der Jagd ca. 1.600 Unfälle zu verzeichnen sind? (6)

- Nur 0,4 % der Deutschen Jäger sind, aber 76 % der Deutschen die Jagd kritisieren oder ablehnen? (7)

- in Deutschland die Jagd auf Tiere fast ausschließlich als bloße Freizeitbeschäftigung betrieben wird?

- Die Jagd bei der Ausrottung von Tierseuchen völlig versagt und sogar zu ihrer Verbreitung beiträgt? Die Tollwut beispielsweise wurde nicht durch die Jagd, sondern durch das großflächige Verteilen von Impfködern eingedämmt.

- Wildschweine in Deutschland in jedem Jahr mit Tausenden Tonnen Mais von Jägern angefüttert werden? In Baden-Württemberg beispielsweise werden jährlich etwa 4.000 t Mais verfüttert. (8) Wildschweinschwemme: hausgemacht!

- bei vielen Tierarten wie beispielsweise Füchsen und Wildschweinen die Geburtenrate und Populationsgröße mit zunehmendem Jagddruck ansteigt und keinesfalls sinkt?

- die Fuchsjagd intensiviert wird, weil damit angeblich der gefährdete und auf der roten Liste stehende Feldhase
geschützt wird? Gleichzeitig erschießen Jäger in Deutschland jährlich bis zu 325.000 Feldhasen.

- Jagdhunde an lebenden Enten ausgebildet werden, denen man die Flügel zusammenbindet?

- Füchse in künstlichen Röhrensystemen (Schliefanlagen) für die Ausbildung von Jagdhunden missbraucht und gequält werden?

- unzählige Jungtiere (Fuchswelpen, Frischlinge und andere) jährlich elendig verdursten oder verhungern, weil ein Elterntier erschossen wurde?

- viele Fuchswelpen noch im Bau liegend vom Jagdhund totgebissen oder, kaum das erste Mal den Bau verlassend,
gefangen, erschossen oder erschlagen werden?

- in Deutschland die Fallenjagd mit Totschlagfallen erlaubt ist? Viele Tiere sterben nicht sofort, sondern erleiden
einen stunden- oder tagelangen Todeskampf.

- Treib- und Drückjagden für zahlreiche Verkehrsunfälle mit Wildtieren verantwortlich sind?

- die Baujagd auf Füchse eine Quälerei für Jagdhund und Fuchs ist? Hunde werden gelegentlich verschüttet oder durch den Jäger angeschossen, Füchse oft erst schwer verletzt, bevor sie erschossen werden.

- Wildtiere durch die Jagd in den Wald getrieben werden und einige Tierarten dort Verbissschäden an Bäumen anrichten?

- eigentlich tagaktive Wildtiere durch den Jagddruck und die damit verbundene Angst nachtaktiv werden, weil nachts nicht gejagt werden darf?

- es in anderen Ländern (beispielsweise Schweiz, Niederlande, Italien) befriedete Bezirke gibt, in denen sich die durch die ehemalige Hobbyjagd erhöhten Tierbestände auf einem gesunden Niveau eingependelt haben? Sehen Sie hierzu den Vortrag von dem Evolutionsbiologen und Wissenschaftler Prof. Dr. Josef H. Reichholf zum Thema »Jagd reguliert nicht« an der Universität Basel: http://www.antijagd.ch/videos/282-jagd-reguliert-
nicht-vortrag-von-prof-dr-josef-h-reichholf.html.

In diesem Sinne ist auch unsere Petition zur Novellierung des saarländischen Jagdgesetzes ein Signal an die saarländische Landespolitik, unsere Forderungen zugunsten des Tier- und Naturschutzes zu berücksichtigen.
Das Saarland könnte damit als Vorbild für andere Bundesländer vorangehen.

http://buendnis-fuer-tierrechte.de/petition-novellierung-des-saarlaendischen-jagdgesetzes/

------------------------------------------------
Bündnis für Tierrechte e. V. | Unterdorfstraße 14 | 66265 Holz
Vereinsregister: Saarbrücken VR 5321 | Steuernummer: 040/140/41015 K01
Bankverbindung: IBAN DE26 4306 0967 6026 2854 00 | BIC GENODEM1GLS
------------------------------------------------

 

1 http://www.tierschutzbund.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Broschueren/Die_Jagd.pdf, Seite 1.
2 http://www.tierschutzbund.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Broschueren/Die_Jagd.pdf, Seite 2.
3 Bernd Krewer, »Über Hirsche, Hunde und Nachsuchen«, Seite 85.
4 http://www.abschaffung-der-jagd.de/menschenalsjaegeropfer/statistik-2012/index.html.
5 http://www.nabu.de/m06/m06_08/03355.html.
6 http://abschaffung-der-jagd.de/menschenalsjaegeropfer/index.html.
7 http://www.tierrechte.de/themen/jagd/bevoelkerung-contra-jaeger.
8 http://www.nabu.de/themen/jagd/reformderjagd/.