Gewissenloser Umgang mit Jagdwaffen wird von Behörden und Staatsanwaltschaft gebilligt

Pressemitteilung vom 27.02.2014


Im Raum Traben-Trarbach (Rheinland-Pfalz) hat die pro-iure-animalis Aktivistin Andrea Ilges zwei Fälle dokumentiert, bei denen ein PKW an einem abgelegen Ort geparkt wurde und auf dem Rücksitz offen sichtbar, ohne Hülle oder Koffer, eine Jagdwaffe unbeaufsichtigt deponiert wurde. Die jeweiligen Besitzer der Fahrzeuge waren nicht im Sicht- und Einflussbereich der Fahrzeuge. Eine Aneignung der Waffen auf kriminellem Wege, der nur Sekunden in Anspruch genommen hätte, wäre problemlos möglich gewesen.

Beide Fälle wurden bei der Staatsanwaltschaft Trier angezeigt, doch diese sieht keinen Anlass ein Ermittlungsverfahren mit Sicht auf einen Verstoß gegen das Waffengesetz zu eröffnen und interessiert sich genauso wenig für den Vorgang, wie die schon vor Ort durch die Aktivistin benachrichtigte Polizei. „Ein unfassbares Verhalten der Behörden!“ empört sich Harald Hoos, einer der Leiter der Initiative pro-iure-animalis. „Das Waffengesetz spricht eine eindeutige Sprache: ‚Wer Waffen oder Munition besitzt, hat die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um zu verhindern, dass diese Gegenstände abhanden kommen oder Dritte sie unbefugt an sich nehmen.’ Strafbar macht sich der, der eine ‚Handlung vorsätzlich begeht und dadurch die Gefahr verursacht, dass eine Schusswaffe oder Munition abhanden kommt oder darauf unbefugt zugegriffen wird.’ Dass hier Behörden und Staatsanwaltschaft nicht aktiv werden ist ein Skandal erster Güte“ führt Hoos weiter aus.

Diskussionen um eine Verschärfung des Waffenrechts verkommen zur Farce

Immer wieder, vorzugsweise nach schockierenden Gewalttaten mit Schusswaffen, kommt eine Verschärfung des Waffenrechts in die breite öffentliche Diskussion. Seltsamerweise stehen dann meist Sportschützen im Fokus der Kritik und Jäger werden von der Diskussion ausgenommen. „Im Gegensatz zu Sportschützen sind Jäger im öffentlichen Raum mit ihren Waffen zugange. Daher ist zu erwarten, dass die Behörden umso mehr ein Auge auf die Sorgfalt und Zuverlässigkeit der Waffenbesitzer aus dem jagdlichen Bereich werfen“ fordert der Jagdkritiker Hoos. Hoos weiter: „Bei allem Wohlwollen kann ich mich des Eindrucks nicht verwehren, dass Jägern oftmals Sonderrechte eingeräumt werden, die bisweilen selbst mit den bestehenden Gesetzesnormen nicht vereinbar sind. Zu stark ist wohl deren Lobby“.

In den beiden vorliegenden Fällen ist gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Trier Beschwerde eingelegt.


Ansprechpartner für weiterführende Informationen:

pro-iure-animalis, Bornergasse 45, 76829 Landau,
Telefon 0175-8033918, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können