Ehemalige Jägerin will die Jagd auf ihren Grundstücken verbieten
 
Eine Grundstückseigentümerin aus Rheinland-Pfalz stellt den Eilantrag für ein Jagdverbot auf ihren Grundstücken. Der Anwalt Dominik Storr hat ihr Mandat übernommen. Sie ist ehemalige Jägerin und kommt aus einer „Jägerfamilie“: Vater, Mutter, Bruder und Ehemann, sie allen waren Jäger. Sie selbst sagt, dass die Jagd, wie sie sich heute darstellt, nichts mit Naturschutz oder Hege und Pflege zu tun hat. Für sie ist es nur noch ein sinnloses Töten der Tiere. Sie verabscheut Jagd generell, insbesondere Treib- und Drückjagden Die Tiere haben keine Chance und werden ohne vernünftigen Grund verletzt und getötet.
 
Ihre Grundstücke haben zusammen eine Größe von ca. 30ha. Davon sind 25ha eingezäunt und befriedet. Da der Zaun immer wieder von Wildschweinen hoch gedrückt wurde, ist der Zaun nicht „wilddicht“. Aus diesem Grund hatte sie dem Jagdpächter die Erlaubnis erteilt, angeschossene Tiere, die sich eventuell auf ihr Grundstück zurückziehen, auf dem Grundstück zu töten. Zu diesem Zweck hatte sie ihm Schlüssel für die Tore übergeben, damit er ungehindert auf das Grundstück gelangen kann. Er bekam anteilmäßig seine Jagdpacht von der Besitzerin zurück erstattet.
 
Der Jagdpächter hat sich aber nicht an die Abmachung gehalten. Sie selbst beobachtete, dass anlässlich einer Treibjagd im Januar 2013 Jagdhunde innerhalb des eingezäunten Geländes Wild gehetzt hätten, damit er und seine Jagdgäste diese Tiere erlegen konnten. Dieses Ereignis veranlasste die Eigentümerin zum Eilantrag. Nun wird sie von allen möglichen Leuten bedrängt, von ihrem Vorhaben die Jagd zu verbieten, Abstand zu nehmen und den Antrag zurück zu nehmen. Das Veterinäramt macht sie schon jetzt für zukünftige Tierseuchen verantwortlich, weil sich die Tiere alle in diesen jagdfreien Zonen zurückziehen würden und damit Krankheiten schnell übertragen werden. Der Ortsbürgermeister bittet sie, die Jagd weiterhin zuzulassen. Er ist der Auffassung, dass ihr eingezäuntes Grundstück nicht mehr befriedet sei, weil dort keine jungen Bäume stehen, die von Wildtieren beschädigt werden können. Der Landwirt stöhnt über immense Schäden durch Wildschweine. Diese Schäden hätte sie zu verantworten, weil die Wildschweine sich auf ihrem Grundstück zurückziehen würden. Die Jäger selbst locken doch mit unerlaubten Kirrungen selbst die Wildschweine an. Auch das kann bewiesen werden anhand gemachter Fotos. Und zu guter Letzt hat der Jagdpächter ihr schriftlich mitgeteilt, dass er in Zukunft keine Entschädigungen mehr an den Landwirt bezahlen wird, weil er die Jagd nicht mehr ungehindert und ordnungsgemäß fortsetzen kann.
 
Dieses anmaßende Verhalten der Jagdbefürworter hat nun die Jagdgegnerin und Besitzerin dazu veranlasst, einige Funküberwachungskameras zu installieren. Bei der Kontrolle des Zaunes mit Hilfe von Unterstützern wurden einige Öffnungen entdeckt, die nicht durch Tiere entstanden sein können. An mehreren Stellen ist der Zaun mit Werkzeugen aufgeschnitten worden. Diese Öffnungen werden in naher Zukunft verschlossen werden.