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Wildtierschutz Schweiz
Davos, 27. Juli 2010
Mit grosser Freude haben wir zur Kenntnis genommen, dass Pro Natura auch die Auffassung vertritt, dass die Jagd in der Schweiz modernisiert werden muss.
Nach dem Studium einiger Statements zur Jagd von einigen der Befragten im aktuellen Print-Magazin von Pro Natura vom Juli 2010 kommt auch der Verein Wildtierschutz Schweiz zum Schluss, dass der Fisch vom Kopfe her stinkt!
Es ist unabdingbar, dass die Jagd in der Schweiz aus den wirren Phantasien bestimmter Jäger geholt wird und gesamtschweizerisch nach unabhängigen, modernen wildbiologischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie ethischen und moralischen Gesichtspunkten geregelt wird. Es herrscht schweizweit kantonsübergreifend ein durchtriebenes Chaos auf dem Buckel empfindsamer Lebewesen und der Bevölkerung.
Beispiele gefällig?
Friedliche fotografierende Spaziergänger werden z.b im Kanton Graubünden während der Niederjagd auf den auf der Roten Liste stehenden Feldhasen von Jägern mit Schusswaffen bedroht und mit Aussagen konfrontiert; "Sähe ich hier einen Luchs, gäbe es einen schönen Bettvorleger".
Während die Biologin und Jägerin Karin Hindenlang, Mitglied im Pro Natura Zentralvorstand in Zürich, davon träumt, dass die Jagd ein Menschenrecht sei.
Reinhard Schnidrig, Leiter der Abteilung Jagd beim Bafu in der Hauptstadt behauptet derweilen, dass der Mensch ein Anrecht aufs Jagen hat, nicht aber auf Beute. Sein Motto: "Nie ist das Töten mein Ziel, das Beute machen aber schon". Wieso geht er dann nicht Beeren sammeln?
Der sympathische Herr Christian Siegenthaler, Wildhüter im Kanton Bern, gibt gar keine genaue Antwort mehr auf die Frage: "Was fasziniert Sie an der Jagd?"
Und der Präsident von Jagd Schweiz, Herr Egli Hanspeter aus St. Gallen, geht ausgewählte Wildtiere ernten!
Jeder gesunde Menschenverstand hat Ehrfurcht vor dem Leben und niemand hat pauschal das Recht Leben zu nehmen, auch nicht wenn er glaubt es sei ein Menschenrecht, Tradition oder Erntezeit. Dies ist ein universelles Gesetz für rechtschaffene Menschen.
Es gibt keine Weltreligion die den Konsum von Fleisch oder das Töten von Lebewesen befürwortet. An diesen höheren Idealen sollte man sich orientieren und nicht an den Neandertalern aus der Steinzeit. Wir sollten auf der Erde bemüht sein ein friedliches Zusammenleben aller fühlenden Lebewesen zu erreichen und nicht Kriegsschauplätze im Tierreich organisieren.
Wenn Jagd Kultur ist, wäre Kannibalismus immer noch Gastronomie.
In manchen Kantonen gehen "Naturfreunde" mit dem Gewehr nur des zarten Fleisches eines Jungtieres wegen auf die Jagd
Sie erschiessen Mutterkühe vor ihren Jungtieren während der Aufzuchtszeit (Nach-Sonderjagd)
Sie vergiften die Umwelt, Natur, Mensch und Tier mit Ihrem Bleischrot
Sie locken im strengen Winter hungernde Tiere mit Futter an, nur um sie hinterhältig erschiessen zu können (Passjagd)
Sie hetzen scharf gemachte Hunde in Höhlen, um Füchse und Dachse zu eliminieren (Baujagd)
Sie locken friedliche Lebewesen in Fallen, in denen sie zum Teil tagelang leiden und auf ihren Mörder warten müssen (Fallenjagd)
Sie verletzen und ermorden friedliche Tiere hinterhältig und feige mit hochmodernen Schusswaffen aus dem Hinterhalt
Sie unterstützen Auszeichnungen, Fellmärkte, Preisverleihungen für den Trophäenkult, Trophäenschauen usw.
Sie drücken minderjährigen Schulkindern Schusswaffen in die Hände und üben mit ihnen das Töten
Sie führen ihre qualvollen Taten meist in der Einsamkeit aus, was Tierquälereien fördert
Sie verletzen über 50% der Wildtiere nur schwer und die Opfer müssen so oft stundenlang unter enormen Qualen und Angst leiden, bis ein Schweisshund sie findet und ermordet werden
Sie bringen mit ihren Waffe und Barbareien auch zahlreiche andere Menschen in Gefahr
Sie (ausser der Vivisektion) fügen den Tieren am meisten Qualen und Missbrauch zu, auch durch die Art des Tötens
Sie die Jagd und dem damit Verbundenen Töten von friedlichen Tieren als Vergnügen "Passion" betrachten, was nicht sittlich ist und dem Tierschutzgesetz widerspricht
Sie Verbissschäden geradezu fördern durch den Jagddruck
Sie bestimmte Tierarten gezielt dezimieren, um keine Konkurrenz zu haben für ihr widernatürliches Verhalten
Sie der Bevölkerung normale natürliche Tierbeobachtungen und Interaktionen vorenthalten
und und und
Solch schändliche Taten scheinen bei den heutigen Jägern tolerierbar zu sein, nicht aber vor dem Rest der informierten schweizerischen Bevölkerung, wie eine Studie des schweizerischen Tierschutzes von 2009 klar aufzeigt.
Eine Dummheit bleibt eine Dummheit, auch wenn ihr 5'000 Jägerinnen und Jäger hinterher rennen.
Die "Jäger" von heute sind keine richtigen Jäger (Jagd zur notwendigen, überlebenswichtigen Nahrungsmittelbeschaffung), sondern organisierte Eigenheiten oftmals aus einem Umfeld aus Filz und Vetternwirtschaft. Dubioseste Begründungen werden vorgeschoben, um ihre blutigen und feigen Freizeitaktivitäten aufrecht zu erhalten.
99.6 % der Schweizer Bevölkerung sind keine Jägerinnen und Jäger und dies aus gutem Grunde. Sie haben sich ethisch und moralisch weitergebildet und gehen in ihrer Freizeit sinnvolleren Tätigkeiten in der Natur nach, als friedliche Tiere zu töten. Jagd ist grausam!
Was sind das für Menschen, die den Waffengebrauch zur Leidenschaft gemacht haben, um damit Konflikte zu lösen?
Die fieberhaft an ihren Büchsen hängen, wenn es doch längst wissenschaftlich erwiesen ist, dass heute in der Schweiz niemand mehr jagen muss, um zu überleben?
Die lieber wochenlang auf die Hochjagd gehen, anstatt mit ihren Familie Urlaub zu machen?
Die einschlägige Jagdmagazine lesen, wo gewalttätige finstere Gestalten mit Waffen posierend sowie Bilder mit aufgehängten, friedlichen Lebewesen dem schockierten Leser präsentiert werden?
Gibt es keine Alternativen?
Wieso kann z.b der Kanton Genf, der seit über 30 Jahren die Jagd für die Lusttöter abgeschafft hat, jagdfreie Nationalparks, in weiten Teile Belgiens und Hollands wurde die Hobby-Jagd faktisch abgeschafft usw, kein Vorbild sein in den übrigen Kantonen in der Schweiz, für mehr Natur- und Tierschutz sowie Biodiversität?
Die Jagd in der Schweiz ist in jeder Hinsicht von einer in der Steinzeit zweckorientierten und legitimer Berechtigung zum Überleben sehr weit abgedriftet und zu einem Spaß-Morden an Tieren verkommen. Die zuständigen kantonalen Behörden organisieren fleissig attraktive Jagden und Fischereien für gewisse Individuen. Dieses Treiben ist aber für eine moderne und friedliche Gesellschaft, wie die unsrige, als solches nicht mehr länger hinnehmbar. Die Bevölkerung wünscht Ruhe und Frieden in den Erholungsräume und keine Kriegsspielereien sowie Abschlachtungen von ein paar Unverbesserlichen. Der moderne Mensch erfreut sich am Austausch mit der lebenden Tierwelt und Natur.
Ökologischer Fussabdruck
Die Jägerschaft ist mitverantwortlich für die vielen Wildunfällen. Schweizweit kollidiert durchschnittlich jede Stunde ein Auto mit einem Reh. Daraus ergeben sich pro Jahr 20 000 verunfallte Tiere im Strassenverkehr. Dabei werden 60 Personen verletzt und es entsteht Sachschaden von 25 Millionen Franken. Es gibt eine Studie aus Frankreich, die zeigt, dass die Jägerschaft viel mehr Schaden anrichtet, als das Wild dem die Jägerinnen und Jäger hinterherjagen. Die Jägerschaft verursacht Personen (rund 300 Jagdunfälle pro Jahr in der Schweiz), Umwelt, Sachschäden, Artenschäden usw, die weit über den durchschnittlichen 2% der Verbissschäden durch das Wild an Pflanzen bzw. Holzertrages. Und es gibt Studien die zeigen, dass 90% der Gewaltverbrecher als Tierquäler angefangen haben. Echter Tierschutz ist auch Menschenschutz.
Ist der ökologische Fussabdruck der Jäger umweltfreundlicher, als jener der friedlichen Wildtiere? Was für eine Plage die Jäger für die Natur, Umwelt, Menschheit, Tierwelt, Biodiversität sind, kann man anhand diversen Rechner und Studien, beim Bund, Versicherungen, SUVA (rund 300 Jagdunfälle) Gesundheitsämter, WWF, Greenpeace usw. selber anschauen. Keine Wildtiergruppe wird so miserable Werte haben wie die Jäger.
Jäger teilen Tiere in "Schädlinge" und "Nützlinge" ein. Welcher authentischer Natur- und Tierschützer macht das schon? Wer geht schon mit dem Gewehr in die Natur und schiesst die Tierwelt, die Natur zurecht?
Echte Naturfreunde brauchen kein Gewehr um zu hegen und zu pflegen. Echte Naturschützer sind keine Gewalttäter.
Karin Hutter trifft den Nagel auf den Punkt: "Der Jäger liebt die Natur, wie der Vergewaltiger sein Opfer"!
Dessen ist sich auch die Jägerschaft mehr und mehr bewusst. Man ist deshalb zur Zeit sehr darum bemüht, mit allen erdenklichen Scheinargumenten eine Notwendigkeit dieser Jagd der Bevölkerung vorzutäuschen, nur um das sinnlose Morden irgendwie zu rechtfertigen.
Moderner Erkenntnisstand in Ökologie und Wildbiologie zeigt auf, (unter anderem durch Herr. Prof. Josef H. Reichholf von der zoologischen Staatssammlung aus München, Prof. Carlo Consiglio aus Rom, Tierarzt Bruno Bassano Nationalpark Gran Paradiso usw. ) dass sich die Bestandesdichte von Wildtieren aufgrund von Nahrungsangebot, Territorialität, Klima sowie sozialen und physiologischen Faktoren ohne menschliches Zutun regelt, wenn sie nur könnte. Der Jagddruck sowie andere Faktoren hingegen erhöht die Reproduktionsraten der betroffenen Tierpopulationen, was man sehr gut bei den Wildschweinen, Rehe, Hirsche, Tauben ja bei allen Spezies (Arterhaltung, Überlebungsinstinkt, Geburtenausgleich) beobachten kann. Die Natur ist weise und wenn sich eine Spezies in Gefahr sieht, dann steigt die Geburtenrate. Diesbezügliche wissenschaftliche Studien1 gibt es z.B. in Frankreich und Deutschland.
Die heutige Jagd zerstört das normale soziale Zusammenleben der Wildtiere, ökologische Gleichgewicht, ihre natürlichen Verhaltensweisen, Familienstrukturen und Sozialverbände, Benutzung von Bauen und Verstecken, Wechsel von Tag– zur Nachtaktivität, verstärkte Abwanderung in nicht bejagte Siedlungsgebiete, unnatürliche Tierkonzentrationen in den Wäldern usw.
Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur wieder auf.
Jäger bezeichnen sich gerne als diejenigen, die die Verantwortung für Tier und Natur übernehmen. Doch ihre Praktiken stehen dazu im krassen Widerspruch. Die unzähligen Tonnen Blei welche die Jäger in der Natur zurücklassen beim Schiessen, ist reiner Ökoterror. Blei ist ein giftiges Schwermetall. Es wirkt sich beim Menschen höchst negativ auf den Blutkreislauf aus und kann zu Magenerkrankungen, Nierenstörungen oder Kopfschmerzen führen. Doch Bleimunition ist nicht nur für Menschen schädlich, es ist auch eine besonders grausame Form der Jagd. Tiere, die angeschossen werden, aber weiterleben, gehen oft danach an einer Bleivergiftung zugrunde. Bleimunition löst unter lebenden Tieren eine Kettenreaktion aus, die sich im Extremfall auf die komplette Flora eines Waldes auswirken kann. Bleischrot in Ufernähe wirkt sich auf den Bleigehalt des Wassers und damit auf die Fische und Vögel, die sich in Wassernähe befinden, aus. Besonders schlimm ist es aber, wenn ein angeschossenes Tier später stirbt und dann von anderen Tieren des Waldes gefressen wird. Dann gehen nämlich auch diese Tiere elendiglich zugrunde. Die Jagd an sich ist sowieso schon reine Tierquälerei, man muss es nicht noch durch Bleimunition verschlimmern.
Eine gerechtere Jagd hätte keine negativen Auswirkungen auf den Naturhaushalt, die Artenvielfalt, das Seuchengeschehen oder die Finanzhaushalte. Vielmehr würde der unglaublichen Tierquälerei durch die Hobbyjägerei ein Riegel vorgeschoben werden. Die Artenvielfalt würde sich - renommierten Wissenschaftlern folgend und Fallbeispielen - ohne die Jagd wesentlich besser entwickeln. Zahlreiche wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass der Verbiss durch Rehe und Hirsche sogar nützlich ist, weil es eine Zunahme der Biodiversität (hier die Artenvielfalt der Pflanzen) verursacht. Der Seuchengefahr kann durch Impfungen wirksamer entgegengewirkt werden und selbst die Staatsfinanzen könnten durch ein effektiveres Reh- und Rotwildmanagement gestärkt werden (Reduzierung von Waldschäden). Gefordert ist hier politischer Wille und Mut, in das jagdliche Brauchtum signifikant einzugreifen und Gesetze auf den Weg zu bringen, welches den veränderten Bedingungen des 21. Jahrhunderts, den wissenschaftlichen Erkenntnissen, dem modernen Tier- und Artenschutz und der Mehrheit der Wähler gerecht wird.
Der Verein Wildtierschutz Schweiz ist dagegen, dass man Konflikte mit den Wildtieren, wenn es sie denn auch tatsächlich geben sollte, nur mit dem primitivsten Instrument der Waffen, sprich Gewalt, löst. Er fordert vermehrte geschützte und natürliche Lebensräume für die Wildtiere.
Die heute mehrheitlich aus Spass gejagten Tiere, sind friedliche Lebewesen, welche mindestens genauso eine Daseinsberechtigung haben, um sich an unserer gemeinsamen Evolution zu beteiligen und sie sind auch von der Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer gerne gesehene Tiere auf Spaziergängen, Wanderungen in Wald und Flur.
Wir freuen uns über naturverbundene Menschen, die sich unserem Verein als Mitglied anschliessen möchten.
Verein Wildtierschutz Schweiz
Postfach 63
7270 Davos 2 Horlauben
Schweiz
http://www.jagdkritik.ch /
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