Hubertusmessen in Kirchenräumen Drucken E-Mail


Hubertusmessen in Kirchenräumen
Stellungnahme des Theologischen Beirats von AKUT
 
Der Theologische Beirat der Aktion Kirche und Tiere - AKUT e.V. nimmt hiermit Stellung zu

Hubertusmessen in Kirchenräumen
Einstimmige Erklärung vom 9. 11. 1996
Stellungnahme zu Hubertusmessen in Kirchenräumen
Der Th.B. der Aktion AKUT e.V. nimmt zu den alljährlich stattfindenden Hubertusmessen wie folgt Stellung:

1. Hubertusmessen in kirchlichen Räumen und unter Beteiligung kirchlicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden abgelehnt.

2. Hubertusmessen dienen in der Regel der nostalgischen Verklärung des "edlen Waidwerks" und seiner Anhänger. Die ethischen, theologischen und ökologischen Probleme der Jagd und des Tötens werden dabei übergangen.

3. Indem sich Gottesdienste für Jäger und jagdliebendes Publikum auf Hubertus berufen, gehen sie an der eigentlichen Aussage der Hubertustage vorbei. Die Abkehr des Jägers vom Jagen, eine durch die Kreuzesvision am Tier hervorgerufene Reue, wird ins Gegenteil verkehrt.

4. Wenn die Kirche die Gefühle vieler Menschen ernst nehmen will, dann diejenigen der Tierliebhaber, Tierfreunde und Tierschützer, sie sich oft verbittert und enttäuscht von der Kirche abgewendet haben, weil sie allzu oft die Partei des Stärkeren ergriffen hat - wie im Falle der Jägerschaft.

5. Gottesdienste, die wie die Hubertusmessen den Menschen als "Krone der Schöpfung" und ihrer Beherrschung feiern, sind in einer Zeit der zunehmenden ökologischen Krise und des Abschieds vom Anthropozentrismus fehl am Platz und ein peinliches Zeichen dafür, daß Kirchenleute taub sind für das "Seufzen der Kreatur".


6. Tiertötung aus Gründen, der Sensationslust, der Freizeitgestaltung oder der angeblichen Hege lehnt der Theologische Beirat ab.


In den frühen christlichen Gemeinden galt die Jagd als unvereinbar mit dem Glauben. Jäger wurden nach der Kirchenordnung des Hippolyt aus den Gemeinden ausgeschlossen. Bis heute ist der Priesterberuf im katholischen Kirchenrecht unvereinbar mit der berufsmäßigen Tötung von Tieren.

Zum Th.B. gehören u.a.:
Prof. Dr. Dr. Altner
Prof. Heinrich Ott, Basel
Dr. Guido Knörzer
Prof. Dr. Uwe GerberPfr. Michael Blanke

 


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