Blick ins Umfeld von jagdlichen Einrichtungen bei Offenbach/Queich Drucken E-Mail


pro iure animalis hat am 3. April 2009 desaströse Zustände bei vier jagdlichen Einrichtungen zwischen Offenbach a.d. Queich und Herxheim bei Landau entdeckt. Dutzende Kadaver und Kadaverteile von u.a. Füchsen und Wildschweinen waren im Umfeld und direkt unter Hochsitzen ausgelegt. Offensichtlich will der verantwortliche Jäger damit "ludern", also Wildtiere zum Erlegen anlocken. Teilweise waren die Kadaver fast vollständig skelettiert. Bei den Kadaverteilen handelt es sich um u.a. abgetrennte Wildschweinköpfe und -füße und andere undefinierbare Überreste von Tieren.
file0031.jpgDes weiteren wurden an zwei Fundorten Fallenanlagen entdeckt. Diese Fuchsfallen waren allesamt scharf gestellt und in mindestens einer dieser Fallen waren teils komplett skelettierte Tierkadaver vorzufinden. Dieser Umstand lässt den Verdacht zu, dass die Fallenanlagen nicht regelmäßig durch den verantwortlichen Jäger kontrolliert wurden, wie durch das Jagdgesetzt vorgeschrieben. Die gefangenen Tiere verenden dann nach einem langen Todeskampf.
Zu diesen schockierenden Funde kommt noch hinzu, dass bei einem Hochsitz unnatürlich rot gefärbtes Getreide zur Fütterung und Kirrung ausgebracht wurde. Dieses Getreide ist mutmaßlich mit einem Stoff gebeizt; durch die gesteigerte Geruchsintensität wird das Anlocken von Wildtieren vereinfacht. Zu alle dem waren unfangreiche illegale Abfallablagerungen vorzufinden: Autoreifen, Kanister, blutige Plastiksäcke in denen wohl Kadaverteile transportiert wurden, etc. Einer der Kanister enthielt im Ursprung Batteriesäure, was die noch existente Aufschrift verrät. Ob umweltgefährdende Stoffe ausgebracht wurden ist nach dem ersten Augenschein nicht festzustellen.
Im Ganzen stellen die beschriebenen Funde eines der schockierensten Szenarien dar, das pro iure animalis im Laufe der letzten Monate zu Augen gekommen ist.

Das Protokoll der Funde finden Sie hier!

Eine Bilderstrecke finden Sie hier!

Allerorts wird in den Medien zur Zeit die Diskussion um die wieder aufgetretene Schweinepest geführt. Dazu hat schon 2005 das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz die Jäger aufgerufen, aus Seuchenschutzgründen auf derartige Luderauslagen zu verzichten. Nicht nur die Schweinepest kann dadurch übertragen werden, sondern auch zahlreiche andere Krankheiten. Zudem ist die offene Auslage – wie hier praktiziert – generell verboten. Vor diesem Hintergrund erscheinen solche Funde schon wie die Provokation einer Seuche. Zudem hat pro iure animalis in den vergangenen Wochen mehrmals Auslagen von Speiseresten wie Rollbraten, Schnitzelfleisch, Schinken, Geflügel gekocht und roh, Wurstreste etc. im Umfeld von Hochsitzen gefunden und zur Anzeige gebracht. Es entsteht hier der Eindruck, dass diese Jäger mit vollkommener Gleichgültigkeit ihrem Hobby nachgehen. Absurd ist demnach die Darstellung mit der die Medien zu vermitteln versuchen, dass die Jäger nun ihr möglichstes tun um die ausgebrochene Seuche in den Griff zu bekommen.


 

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