Offener Brief an Landrätin Frau Riedmaier Drucken E-Mail


Wie viele Entscheidungsträger und Politiker erhielt die Landrätin des Landkreises Südliche Weinstraße, Frau Theresia Riedmaier, im Januar 2009 unsere Ausarbeitung "Jagd in Deutschland - eine kritische Analyse und daraus resultierende Forderungen" (hier als PDF). Der Landkreis Südliche Weinstraße kommt als einer unserer Heimatlandkreise in Sachen Jagd besondere Aufmerksamkeit zu. Frau Riedmaier antwortete und mit folgendem Schreiben - lesen Sie hier !

Dieses Antwortschreiben von Riedmaier veranlasste uns zu folgendem Offenen Brief:


 


Frau Landrätin Theresia Riedmaier
Kreisverwaltung SÜW
An der Kreuzmühle

76829 Landau

 

18. Februar 2009


Offener Brief


Sehr geehrte Frau Riedmaier,

danke für Ihr Schreiben vom 03.02.2009 in Bezug auf unseres Ausarbeitung „Jagd in Deutschland – eine kritische Analyse ...“ und die damit verbundenen belehrenden Worte; Sie erklärten uns, dass nach dem Bundesjagdgesetz, dem Landesjagdgesetz und den angegliederten Verordnungen die Jagd in Deutschland erlaubt ist. Auch wenn Sie es nicht für möglich halten, können Sie davon ausgehen, dass es bei uns angekommen ist, dass Jagd in Deutschland erlaubt ist. Wissen Sie eigentlich, dass das Jagdgesetz aus dem Jahr 1934 stammt?

Mit Verlaub, sehr geehrte Frau Riedmaier, offensichtlich erschließt sich Ihnen nicht im geringsten, welche Position wir vertreten, welches das Anliegen des Grundsatzpapiers ist. Wir unterstellen zu Ihren Gunsten, dass Sie sich mit der Thematik und unseren Ausarbeitungen, unserer Korrespondenz mit Ihnen und Ihrem Haus nicht beschäftigt haben. Jede andere Annahme würde Sie in einem noch schlechteren Licht stehen lassen.

Sie beziehen sich in Ihrem Schreiben auf das Bundesjagdgesetz, das Landesjagdgesetz und die angegliederten Verordnungen. Richtig, dies ist der rechtliche Rahmen, in der Jagd stattzufinden hat und stattfinden kann. Im Sinne des Tier- und Umweltschutzes wäre schon viel erreicht, wenn dieser Rahmen eingehalten werden würde. Dies ist definitiv nicht der Fall! Wir verzichten hier darauf, die Einzelheiten zu dieser Behauptung im Detail zu erörtern – alle Unterlagen, die diese Behauptung stützen, können Sie in Ihrer Unteren Jagdbehörde, bei Ihrer Umweltbehörde, bei Ihrer Abfallbehörde und dem Veterinäramt einsehen. Falls dies zu Ihrer Überzeugung nicht ausreicht, haben Sie sicher als Landrätin auch die Möglichkeit Einsicht in die Akten der Polizeidienststelle Landau und Annweiler zu erhalten. Aber das Problem liegt tiefer.

Sie verweigern das Gespräch mit uns, ja, raten sogar anderen dazu, das Gespräch mit uns zu verweigern. Wie lange wollen Sie denn noch unsere Geduld missbrauchen, Frau Riedmaier? Wie lange wollen Sie


gebetsmühlenhaft wiederholen, dass alles von Seiten der Kreisverwaltung getan wird, um die Einhaltung der Gesetze bezüglich der Jagd zu gewährleisten? Fakt ist: durch die bisherige Jagdpraxis, die von Seiten der Kreisverwaltung mindestens toleriert wird, entsteht ein erhebliches Gefährdungspotential für die Bevölkerung, auf das wir mehrfach hingewiesen haben. Die Fortdauer dieses Missstandes steht somit in Ihrer politischen Verantwortung!

Wann merken Sie endlich, dass die Besetzung der Unteren Jagdbehörde mit einem Jäger in Richtung Interessenvermischung und Befangenheit zumindest ein „Geschmäckle“ hat, wie der Schwabe sagt.
Wann erkennen Sie Ihre politische Instinktlosigkeit, sich auf der Frontseite von der Website der Jäger der „Kreisgruppe Südliche Weinstrasse“ zu positionieren?
Und wann, Frau Riedmaier, wird Ihnen die moralische Ungeheuerlichkeit bewusst, die tiefe Verachtung die Sie unseren Mitgeschöpfen entgegenbringen, wenn Sie Menschen protegieren, deren Hobby in der Auslöschung von Lebewesen besteht?

Es ist nicht die Aufgabe eines Politfunktionärs, sein persönliches Netzwerk zu pflegen, sondern das Wohl des Landes – und das bedeutet explizit auch das Wohl der Tiere – sicherzustellen. Es kommt nicht nur darauf an, ein Amt zu erlangen, man muss auch die ethische und moralische Integrität haben, es auszufüllen! Es sind Amtsinhaber wie Sie, die bei den Bürgern eine tiefe Politikverdrossenheit hervorrufen.

Der regelmäßige Blick in die Tagespresse und auch der Blick „hinter die Kulissen“ verrät, dass konsequenter Einsatz für die Anliegen der Bürger - nicht nur in Bezug auf den Tier- und Umweltschutz - für Sie offensichtlich Fremdwörter sind. Eine fatale Mischung aus Lobbyismus und Aussitzen drängender Probleme scheint das vorherrschende Prinzip Ihres persönlichen politischen Denkens und Handelns zu sein, aber hier verzichten wir ebenfalls auf detaillierte Ausführungen.

Frau Riedmaier, vor dem Hintergrund all dessen fragen wir uns – wie übrigens auch große Teile der Bevölkerung der Südlichen Weinstraße –, ob Sie das Ihnen anvertraute politische Amt überhaupt in angemessenem Maß ausfüllen und ausführen können. Die despektierliche Art Ihres Umgangs mit Problemen und Menschen – letztmalig dokumentiert in Ihrem Schreiben vom 03.02.2009 – bestärken diesen Zweifel zutiefst.

Mit freundlichem Gruß


 
Hier der gesamte Schriftwechsel als PDF.

 

 


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Illusion Menschenwürde

Die Menschenrechte regeln die Beziehungen der Menschen untereinander und beschreiben einen globalen idealisierten Sollzustand für die Gattung Mensch. Sie betrachten den Mensch als isolierte Einheit, denn eine Verbindung zur übrigen Natur und den anderen Lebewesen wird in der Konvention ausgeklammert.
Die Präambel der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ (Resolution 217 A (III) der Generalversammlung vom 10. Dezember 1948, vom Vatikan nicht unterschrieben!) spricht von angeborener Würde des Menschen, einer Würde, in deren Genuss das Individuum zufällig durch Geburt und durch eine Laune der Natur gelangt mit der Folge, dass ein angeborenes Faktum dauerhaft wirkt und vom Geburtsmoment bis zur Todesstunde vorhanden ist. Ein Bemühen, Erlernen oder ein Streben nach diesem Kriterium ist infolgedessen nicht notwendig, ein Verlust darüber hinaus ausgeschlossen.
Es ist zu fragen, was unter dem in dieser Erklärung undefinierten und nebulös-schwammigen Begriff der Würde zu verstehen ist

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