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vom 9. Mai 2017
 
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Liebe Freunde der Tiere,
 
Schächten ist eine der grausamsten Methoden, ein Tier zu töten. Vorgebliche Begründung für die Notwendigkeit des Schächtens sind Religionsvorschriften im Alten Testament, auf die sich die monotheistischen Religionen ganz oder teilweise berufen.
Für den modernen, aufgeklärten, wissensorientierten Menschen ist es jedoch in heutiger Zeit eine Frage seiner freien und kritischen Vernunft, seiner Moral und seines ethischen Anspruchs, derartige Anweisungen und Vorschriften auf Notwendigkeit und Wahrheitsgehalt skeptisch zu hinterfragen, statt eine gedankenlose Befolgung fortzusetzen, eine Befolgung, die unermessliches Leid in der Tierwelt produziert.
 
Kontext Altes Testament
 
Schauen wir zunächst in den Kontext der Quellen. Die Quellen verweisen auf angebliche Gottesvorschriften aus einer Zeit, die bis zu 2800 Jahre zurückliegt und welche die Sitten und Gebräuche der Vorantike wiederspiegeln. Es sind Aufrufe und Befehle, die Brutalität, Genozid und Mord gegenüber Mensch und Tier als Gottesauftrag fordern. Diese archaisch-brutalen Vorschriften befolgt man heute so gut wie nicht mehr, da diesem abstrusen Treiben die weltliche Gesetzgebung inzwischen einen Riegel vorgeschoben hat, mit der schrecklichen Ausnahme, dass die Tötungsforderungen immer noch mit rigider Konsequenz gegenüber der wehr- und rechtlosen Tierwelt umgesetzt werden und weiterhin zum Glaubensritual gehören.
 
Damit Sie sich gezielt einmal über die Brutalität der „heiligen“ Vorschriften informieren können, haben wir eine Zusammenstellung aus den ersten Büchern der Bibel erstellt, die Grausamkeiten gegen den Mensch fordern (http://www.pro-iure-animalis.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1022&Itemid=54). Urteilen Sie also selbst, mit welcher Begründung diese „Gottesbefehle“ nicht mehr vollzogen werden, die irrsinnigen Metzeleien jedoch gegen die Wehrlosesten, gegen die Tierwelt, beibehalten werden.
 
Kontext Philosophie
 
Verlassen wir das Alte Testament und schauen, was Immanuel Kant – neben Platon wohl der bedeutendste Philosoph – zu Befolgung von Glaubensvorschriften in seinem Werk “Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“ hervorgehoben hat.
„Der Wahn, durch religiöse Handlungen des Kultus etwas in Ansehung der Rechtfertigung vor Gott auszurichten, ist der religiöse Aberglaube sowie der Wahn, diese durch Bestrebung zu einem vermeintlichen Umgang mit Gott bewirken zu wollen, die religiöse Schwärmerei. Es ist abergläubischer Wahn, durch Handlungen, die ein jeder Mensch tun kann ohne dass er eben ein guter Mensch sein darf, Gott wohlgefällig werden zu wollen … Alles, was außer dem guten Lebenswandel der Mensch noch tun zu können meint um Gott wohlgefällig zu werden, ist bloßer Religionswahn und Afterdienst Gottes.
 
Kontext Psyche
 
Aber nicht nur die Philosophie, sondern auch die Psychoanalyse hat zur Befolgung von Religionsvorschriften eine dezidierte Meinung. Siegmund Freud  scheibt in seinem Traktat „Die Zukunft einer Illusion“ folgende Sätze:
„Wenn  es sich um Fragen der Religion handelt, machen sich die Menschen aller möglichen Unaufrichtigkeiten und intellektuellen Unarten schuldig … Wer sich einmal dazu gebracht hat, all die Absurditäten, die die religiösen Lehren ihm zutragen, ohne Kritik hin zu nehmen und selbst die Widersprüche zwischen ihnen zu übersehen, dessen Denkschwäche braucht uns nicht arg zu verwundern … Diese, die sich als Lehrsätze ausgeben, sind nicht Niederschläge der Erfahrung oder Endresultate des Denkens, es sind Illusionen … Für die Illusion bleibt charakteristisch die Ableitung aus menschlichen Wünschen, sie nähert sich in dieser Beziehung der psychiatrischen Wahnidee … Es ist wiederholt darauf hingewiesen worden, bis in welche Einzelheiten sich die Analogie der Religion mit einer Zwangsneurose verfolgen, wieviel von den Sonderheiten und den Schicksalen der Religionsbildung sich auf diesem Weg verstehen lässt.“
 
Fazit
 
Es sind nur die wenigsten Menschen, die am Baum der Vorurteile und Glaubenswelten rütteln, aber es ist unbestreitbar ein Verbrechen, eine Glaubensvorstellung dargestellter Art - wie schauerlich weht uns dies alles, wie aus dem Grabe uralter Vergangenheit an! Sollte man glauben, daß so etwas noch geglaubt wird? (Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches, 113) - über das Leben und Leiden real existierender Lebewesen zu stellen, das Recht auf freie Berufsausübung über Qual, Schmerz und Angst von Tieren zu stellen, die dem Menschen in seiner Leidensfähigkeit in nichts nachstehen.
Ein Staat, ein Mensch, der Phantasiewelten höher bewertet als das Leid in der Realität, hat sich moralisch diskreditiert, tritt alle menschlichen Werte und Wertvorstellungen in den Dreck des Profits, des eigenen Vorteils – er hat sich zum moralischen Paria zurückentwickelt. Solange Ehrfurcht vor dem Leben nur Ehrfurcht vor Menschenleben beinhaltet, ist jeder Humanismus grotesk und wertlos.
 
Es kommt aber noch die zweite Komponente hinzu. Innerhalb der Glaubensvorschriften werden die absurdesten Anweisungen, den Menschen betreffend, ausgeblendet und nicht befolgt. Mag es noch bei jedem einzelnen ein Privatvergnügen sein, sich an Kleidungs-, Waschungs- und Ernährungsvorschriften zu halten, die Tausende von Jahren zurückliegen, mag er diese Regeln zur Befriedigung seiner eigenen geistigen Sklaverei bis zum Exzess befolgen; er behindert und stört damit niemanden.
 
Kein Privatvergnügen ist es hingegen, wenn so konsequent, wie die menschbezogenen  Anordnungen der Todesbefehle in den „heiligen Schriften“ nicht befolgt werden, genauso konsequent Todesbefehle, welche die wehrlose Tierwelt betreffen, ausgeführt werden. Wir stehen vor einem sittlichen Skandal, einer ethischen Unredlichkeit erster Güte, einem moralischen Verbrechen.
 
Herzliche Grüße
für pro iure animalis
 
Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos
 
 
Weitere Infos unter:
www.pro-iure-animalis.de

 
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