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"Rechte Tierfreunde und das Schächtverbot"

Schächtkritik hat nichts mit Nazigesinnung zu tun

Entgegnung von Ulrich Dittmann auf einen Artikel auf der marxistischen Seite www.marx21.de:

 

Es bedeutet schlicht Meinungszensur und Poltical-Correctness-Diktatur und blanke Negierung des Grundgesetzes, wenn – wie hier in diesem Beitrag – Kritik am betäubungslosen Schächten von Tieren in irgendeine Verbindung mit der Begrifflichkeit “ausländerfeindlich”, oder politisch “rechts stehend” gebracht wird. Zudem letztere Einstufung dann nur all zu gerne zielorientiert zu diffamierenden Terminologien wie „rechts-extrem“, „neonazistisch“ etc. mutiert…

So scheut man sich nicht – siehe auch hier – auf diskreditierende Weise Schächtkritiker in Verbindung mit der Nazi-Gesetzgebung zu bringen, mit der Behauptung, “…das erste gegen die Juden erlassene Gesetz 1933, sei das Schächtverbot gewesen.” Dies ist unrichtig .
 Hier wird auf die Stellungnahmen der Historikerin Renate Brucker und Prof. Dr. jur. Wolfgang Karnowsky verwiesen. Einfach mal „googeln“!

Die Ausgabe von “Der Tierfreund” vom 1.Jan. 1906 (!) belegt, dass bereits damals eine Fachkommission von 585 (!) leitenden Veterinärmedizinern deutscher Schlachthöfe, betäubungsloses Schächten als abzuschaffende Tierquälerei, da – „unnötig, barbarisch, tierquälerisch, entsetzlich, roh, inhuman, grausam, empörend, widerwärtig, ekelerregend,” etc., kritisierten.

Hierzu sei auch der KZ-Überlebende Samuel Dombrowski zitiert:“ Das Schächtproblem ist wie eine Eiterbeule die nicht abheilen wird, solange Tiere ohne Betäubung qualvoll getötet werden.“

Tierschutzengagement orientiert sich weder an “rechts” noch “links” sondern nur an einem Geradeaus – zum Wohle der Tiere. Gegner des Vogelmordens in Italien, Gegner des Stier”kampfes” in Spanien sind keine “Anti-Italiener” oder “Anti-Spanier” etc. – ebensowenig Gegner der Schächtquälerei “ausländerfeindlich” oder “Anti-Semiten” sind. Denn unzweifelhaft leiden Tiere immer gleichermaßen furchtbar, gleich von welchem Personenkreis sie gequält , hier betäubungslos abgemetzelt werden.

Betäubungsloses Schächten bedeutet den hier in der Diaspora lebenden Ausländern und Migranten weniger einen bindenden Glaubenszwang, denn ein willkommenes Ritual, sich ganz bewusst und zielführend der von den Deutschen in naiver Denkweise so sehr gewünschten Integration zu widersetzen.

Diese nach hier importierte Schlachtart leistet öffentlicher Verrohung Vorschub, fördert die Etablierung einer abgeschotteten Parallelgesellschaft, desavouiert hier um Integration bemühte Gläubige und Bürger, ist religionswissenschaftlich nicht begründbar, und weder mit dem Begriff “Religion”, noch mit der hier geltenden Verfassungsethik zu subsumieren. Wer mit heutigem Wissensstand, nach der Verankerung des Staatszieles Tierschutz in der Verfassung (Artikel 20a GG) noch rechtsirrelevanten Glaubenswunschvorstellungen einzelner islamischer oder jüdischer Glaubensgruppierungen betreff Begehr nach betäubungslosen Schächtungen rückgratlos nach dem Munde redet und willkürlich über den Mehrheitswillen der Bevölkerung stellt, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, skandalöse, rechtswidrige Volksverdummung zu betreiben und explizit übelste, lebensverachtende Tierquälerei zu unterstützen.

Unsere von politischem Kalkül und Anthropozentrismusdenken zu großen Teilen geradezu durchdrungenen „Volksvertreter” müssen endlich zu der realistischen Erkenntnisgewinnung gebracht werden, dass an Volkes Wille nicht vorbeiregiert werden kann und darf: Tierschutz, der die Quälerei des betäubungslosen Schächtens ausklammert, ist kein Tierschutz.
 Dies auch gerichtet an die Adresse all der Möchte-gern-gut-sein-Menschen, mit selbst aufgesetztem Heiligenschein.

So ist Kritik an der Tierquälerei “betäubungsloses Schächten” ist nicht nur legitim und berechtigt – sondern zwingend notwendig.

Wer das mit Hornhaut überwuchertem Empathie-Empfinden nicht nachvollziehen kann, sollte einfach einmal die sogenannten “Schächttiere” befragen – wenn ihnen schon nicht die Gnade des Lebens gewährt wird – mit welcher Schlachtart sie denn am liebsten abgemurkst werden möchten.

Schlußanmerkung: Wenn das betäubungslose Schächten eine so geniale, schnelle und tierfreundliche Tötungsartart darstellen würde, wie von Schächtbefürwortern pharisäerhaft behauptet, warum praktiziert man diese kostengünstige Schlachtmethode dann nicht überall in der westlichen Welt und verschrottet all die teuren, offenbar “unnützen” Betäubungsgerätschaften ?

Ich habe “normales” Schlachten und “Schächten” sehr wohl – mit Tränen in den Augen – beobachtet und weiß wovon ich rede.

Mehr siehe:
www.pro-iure-animalis.de/index

 

Zum Schächtverbot, Nationalsozialismus und Antisemitismus


Auszug aus einem Interview der taz mit dem Tierschutzbeauftragten der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Priesmeier, taz vom
19.12.2007
„... Das Thema hat auch etwas mit der deutschen Geschichte zu tun. Wir haben eine Expertenrunde veranstaltet. Der
anwesende Rabbi hat gefragt: "Wissen Sie, welches Gesetz als erstes 1933 gegen die Juden erlassen wurde? Das war das
Schächtverbot."


Diese Behauptung, dass das erste gegen die Juden erlassene Gesetz 1933 das Schächtverbot gewesen sei, ist
unzutreffend und zugleich eine Verharmlosung der Aktivitäten der nationalsozialistischen Regierung in den ersten
Wochen ihres Regimes. Bei oberflächlicher Lektüre bietet sie Anlass für ein schon im Internet verbreitetes Missverständnis,
das den Charakter des Regimes vollständig entstellt, nämlich der Betäubungszwang sei das erste von der NS-Regierung
überhaupt verabschiedete Gesetz gewesen.
Auch die Vorstellung, das Schächtverbot bzw. der Betäubungszwang sei das erste antisemitische Gesetz („gegen die Juden“)
der NS-Regierung gewesen, ist historisch falsch.
Richtig ist: Am 1. Februar 1933 unterzeichnete Reichspräsident von Hindenburg die Verordnung über die Auflösung des
Reichstages, somit konnte Hitler 7 Wochen per Verordnung bzw. Erlass regieren, die durch die Unterschrift Hindenburgs
Gesetzeskraft erlangten, der Begriff „Gesetz“ wurde hierfür aber nicht benutzt.
Solche Verordnungen (auch „Notverordnung“ genannt) wurden vom 1. Februar bis zum 23. März 1933 meist mehrere pro Tag
erlassen. Zielbewusst und intensiv wurden unter der Parole des Wahlkampfes „Kampf dem Marxismus“ die bürgerlichen
Freiheiten zerstört (Presse- und Versammlungsfreiheit), die politische Opposition (SPD, KPD, andere Organisationen der
Arbeiterbewegung) kriminalisiert und Widerstand unmöglich gemacht bzw. strengstens bestraft. Durch gezielte
Personalpolitik wurden Schaltstellen besetzt bzw. Gegner daraus entfernt. Herausragend sind die Notverordnungen vom 4. und
vom 28. Februar (die sog. „Reichstagsbrandverordnung), der preußische Erlass vom 22. Februar, die Polizei durch 40.000 SAund
10.000 Stahlhelmmänner zu ergänzen und die Einsetzung Görings als Kommissar für das Innenministerium in Preußen
schon am 30. Januar 1933. Wer sich diese Tätigkeit genauer ansieht, kann die Idee, die NS-Regierung habe sich in dieser Zeit
mit dem Thema „Betäubung von Schlachttieren“ beschäftigt, nur als grotesk empfinden.
Geht man von der zweiten Lesart aus, dürfen aber folgende Maßnahmen und Gesetze nicht übersehen werden:
22. Februar 1933 - Erlass über die Aufstockung der preußischen Polizei – wegen der jahrelangen antisemitische Gewalttaten
der SA auch als antisemitische Maßnahme zu werten.
13. März 1933 - Erlass zur Errichtung des „Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda“, dessen zentrale Funktion war
die Verbreitung von Antisemitismus.
1. April 1933 Boykott jüdischer Geschäfte, formal nicht durch Gesetz, sondern durch Aufruf an die Parteigliederungen der
NSDAP (28. Februar 1933) initiiert.
Nach dem 23. März 1933 (Tag des sog. „Ermächtigungsgesetzes“) wurde statt des Begriffs „Verordnung“ wieder der Begriff
„Gesetz“ benutzt. Folgende antisemitische oder antisemitisch instrumentalisierbare Gesetze oder Verordnungen zielten auf die
Zerstörung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stellung aller (im nationalsozialistischen Sinne noch als solche zu
definierenden) Juden ab, waren also viel weitgehender, durchgreifender und existenzbedrohender als das Gesetz über das
Schlachten von Tieren, dessen Wirkungen durch Ernährung auf pflanzlicher Basis zu entgehen war.
7. April 1933 – Gesetz über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums (Entlassung sog. „nichtarischer“ also jüdischer,
sozialdemokratischer und demokratischer) Beamter.
7. April 1933 – Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft (1500 jüdische Anwälte betroffen vorläufig (!) auf
Intervention Hindenburgs gab es noch viele Ausnahmen).
7. April 1933 – Gesetz über die Neuwahl der Schöffen, Geschworenen und Handelsrichter.
8. April 1933 – Verordnung über die Prozessvertretung bei Arbeitsgerichtsbehörden.
12. April 1933 Gesetz über die Durchführung einer Volks-, Berufs- und Betriebszählung 1933 (Vorbereitung später noch zu
treffender antisemitischer (u.a. Arisierungsaßnahmen)
21. April 1933 Gesetz über das Schlachten von Tieren.
Die Situation 1933 ist mit der heutigen keineswegs gleichzusetzen, dies zu tun, wäre reine Demagogie. Ein adäquater
Vergleich könnte sich auf das Bayrische Schlachtgesetz aus dem Jahre 1930 beziehen, in dem die demokratischen und
parlamentarischen Verfahrensweisen noch einigermaßen intakt waren und auch die antisemitische Verhetzung noch nicht so
Schächten und Antisemitismus Page 1 of 2
http://www.arbeitskreis-tierschutz.de/Schaechten/Schaechtverbot.htm 08.01.2012
fortgeschritten war. Auch hier wurde – auf Landesebene – ein Betäubungszwang vorgeschrieben.
Von den 128 Abgeordneten des Bayrischen Landtages stimmten am 29. Januar 1930 für das Gesetz, das am 1. Oktober 1930
in Kraft trat:
22 Abgeordnete der SPD,
17 Abgeordnete des BBB (Bayrischen Bauernbundes),
12 Abgeordnete der DNVP (Deutschnationale Volkspartei),
9 Abgeordnete der NSDAP,
4 Abgeordnete der KPD (eine Abgeordnete der KPD enthielt sich der Stimme).
42 Abgeordnete der BVP (Bayrische Volkspartei, Schwesterpartei der Katholischen Partei „Zentrum“) stimmten aus Gründen
ihrer kirchlichen Orientierung gegen das Gesetz, bei einer Enthaltung.
20 Abgeordnete fehlten bei der Abstimmung, doch hätte ihre Anwesenheit das Ergebnis nicht verändert.
Den Abgeordneten der SPD, KPD, des BBB und allen (!) der DNVP eine antisemitische Motivation zu unterstellen ist sicher
unzulässig und wäre eine grobe Ungerechtigkeit, zumal sie z.T. später selbst Opfer nationalsozialistischer Verfolgung wurden,
wie etwa Wilhelm Högner, der nach 1945 als einziger sozialdemokratische Ministerpräsident in Bayern amtierte.
Auch kann nicht allen bayrischen Tierschutzvereinen, die ja alle für das Gesetz geworben hatten, eine antisemitische Tendenz
unterstellt werden, insbesondere nicht dem von dem Friedensnobelpreisträger und demokratischem Politiker Ludwig Quidde
und seiner Frau Margarethe Jacobsohn gegründeten Münchener Verein, auch sie wurden beide Opfer nationalsozialistische
Verfolgung.


Renate Brucker, Historikerin, Prof. Dr. jur. Wolfgang Karnowsky

 


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