Errichtet zur Ehre Gottes ... Drucken E-Mail


inri1.jpgINRI, die übliche Abkürzung über einer Bronzefigur mit schiefem Kopf und ausgebreiteten Armen, die man an Wanderwegen und Weggabelungen häufig findet. Dargestellt soll Iesus Nazarenus rex Iudaeorum = Jesus von Nazareth, König der Juden sein, der angeblich durch Kreuzigung von den Römern hingerichtet wurde oder wie es Friedrich Nietzsche formuliert: „Wenn wir eines Sonntagmorgens die alten Glocken brummen hören, da fragen wir uns: ist es nur möglich! dies gilt einem vor zwei Jahrtausenden gekreuzigten Juden, welcher sagte, er sei Gottes Sohn. Der Beweis für eine solche Behauptung fehlt.“

Trotz dieser unbewiesenen Behauptung ist es bis heute religiöser Brauch, die Wahnvorstellung des Herrn Jesus, der übrigens seinen Zeitgenossen völlig unbekannt war, für bare Münze zu nehmen, um ihn bei allen unpassenden Gelegenheiten als Fürsprecher bei seinem Vater, dem Obergott, zu missbrauchen. Das mit dem Obergott ist allerdings zu relativieren, denn Obergott und Sohn und noch ein Dritter, heiliger Geist genannt, sollen nämlich ein und dieselbe Person sein. Für Gläubige anscheinend einsichtig, für uns Andere allerdings weniger.

Also hängt man das Bronzemännlein an ein Holzkreuz, sagt Halleluja, bekreuzigt sich dreimal und fühlt sich dadurch der Natur und der Götterfamilie eng verbunden. Und damit man auch wirklich die absurde Gedankenschiene nicht verlässt, behauptet man – Religion hat immer viel mit Behauptungen und wenig mit Beweisen zu tun – das Ganze geschehe zu Ehren Gottes und der Natur. Warum in diese Ehrenbezeugung auch die Jagd mit einbezogen wird, die doch eigentlich der hinterhältigen Ermordung von - wenn auch, zugegeben, - ungläubigen Tieren dient, bleibt Glaubensgeheimnis. Vielleicht kommen wir aber diesem wirren Gedankenkonstrukt am nächsten, wenn wir einfach annehmen, dass die Urheber mit dem Denken auf Kriegsfuß stehen.  Für diese Annahme spricht zumindest, dass auf der Widmungstafel die Interpunktion fehlerhaft ist, was den Verfassern wohl entgangen ist, denn hinter „zur Ehre Gottes“ sollte eigentlich ein Komma erscheinen.

 

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