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vom 30. Juni 2014
 
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Liebe Freunde der Tiere,
 
lassen Sie uns beginnen mit den Worten des großartigen Tierethikers Manfred Kyber, der bereits 1925 in seinem Artikel "Tierschutz und Kultur" folgende Worte fand:
 
"Es ist nicht leicht, heute über Tierschutz und Kultur zu schreiben für eine Menschheit, die weder das eine noch das andere ihr eigen nennen kann.
Denn unsere zivilisatorischen Errungenschaften bedeuten keine Kultur,
so gerne und so oft sie auch damit verwechselt werden, und unser naturfernes mechanisiertes Schablonendenken hat uns vom eigentlichen Menschentum weit genug hinweg geführt ..."
 
Landesjagdgesetzreformen - man setzt jedoch besser den Begriff in Anführungszeichen -, denn eine wirkliche Reform hat bisher in keinem Bundesland stattgefunden, verfolgen uns auf Schritt und Tritt. Nach Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland sind nun Gesetzesnovellen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg in Arbeit und immer findet das gleiche Spiel statt: Die Jäger und ihre Lobbyisten beteuern, dass sich die geltenden Gesetzeswerke bewährt haben, man eigentlich gar nichts geändert sehen möchte und stimmen dann das Lied von den ideologisch geprägten Jagdgegnern an, die ja eh von nichts eine Ahnung haben. Es wird diffamiert statt argumentiert und alte, oftmals faschistoide Traditionen werden verteidigt.
Die Kritiker der Jagd steigen in die Argumentation ein und geraten dabei immer in eine fatale Situation: Um sich seriös zu zeigen, werden Gesetzesentwürfe seziert, Gegenargumente angebracht und um Formulierungen gefeilscht. Es wird darum gerungen, irgendwo etwas ein bischen besser zu machen, hier und da das Tierleid ein wenig zu mildern. Kleinste Veränderungen, die eine Welt mit ein bischen weniger Tierleid in Aussicht stellen, werden - irgendwo ja auch zu Recht - gefeiert.
Kann dies die Vorgehensweise, das Ziel sein? - Eigentlich nein!
 
Es kann nur ein Ziel geben: Die Abschaffung der Jagd!
 
Es ist legitim die harten Fakten zu benennen, welche Jagd und Jäger charakterisiert. Dazu hier eine Auswahl:
 
  • Ca. 380.000 Hobbyjäger haben einen Mords- und Mordspaß bei der jährlichen Tötung von 5 bis 6 Millionen Wildtieren. Nur ein Bruchteil der erlegten Tiere werden dabei überhaupt verwertet, die meisten landen in der Abdeckerei.
  • Jäger sind Menschen, denen aus gutem Grund eine deformierte Persönlichkeitsstruktur unterstellt werden kann. Wer das Töten von Tieren als sein Hobby bezeichnet, einen Kult dabei zelebriert und sich hierbei mit zahlreichen Devotionalien umringt, dem kann durchaus ein psychopathischer Fanatismus unterstellt werden, den sich nur Personen mit deformierter Moral zu eigen machen können. Als Bestätigung schaue man sich einmal Bilder von Jagdreisen ins Ausland – besonders gern nach Afrika – an; der Ekel über die Akteure ist grenzenlos.
  • Die Jägerschaft stellt eine bluttriefende Subkultur in unserer Gesellschaft dar, in der der Umgang mit Waffen fetischistische Charakterzüge trägt. Dieser Umstand wird auch außerhalb der Jagdgegnerkreise wahrgenommen. In der Literatur, selbst schon in Märchen und Sagen, werden Jäger oftmals dementsprechend dargestellt.
  • Jäger haben die fast wahnhaft anmutende Vorstellung, sie könnten durch Töten des einen Tieres das Leben des anderen Tieres  bewahren. Sie sind der irren Vorstellung verfallen, die uns umgebende Fauna zurechtschießen zu müssen, um diese zu erhalten. In diesem Glaubenswahn sehen sie sich nicht selten als unfehlbare Richter an – nicht verwunderlich für jemanden, der triebhaft über Leben und Tod entscheidet.
  • Die bisher aufgeführten Fakten zusammengenommen reichen schon aus um darzustellen, dass jeder einzelne Jäger auch innerhalb unserer Gesellschaft für seinen Mitmenschen eine Gefahr darstellt. Denn eine gewisse Gewaltbereitschaft und Rohheit kann jedem unterstellt werden, der sich einer solchen Passion hingibt. „Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt“ konstatiert dazu Tolstoi.
  • Kein Klischee ohne einen realen Hintergrund. Um die Jagd existieren viele Klischees, bspw. dass Jagd und Alkoholgenuss fast untrennbar zueinander gehören. Wer selbst schon einmal große Jagdveranstaltungen beobachtet hat, kann dies bestätigen.
Hier beenden wir die Aufzählung für den Moment mit dem Hinweis: Ausnahmen bestätigen die Regel. Leider sind diese Ausnahmen vernachlässigbar selten.
 
Vor diesem Hintergrund ist es absurd, in die kleinteilige und letztendlich kleingeistige Diskussion um eine Jagdgesetzreform einzusteigen. Ja wir geben es zu: Zu oft haben wir uns selbst - wohl aus dem Drang vermeintlich moderat und seriös zu wirken - auf diese Diskussionsebene eingelassen und haben über die harten Fakten geschwiegen. Ist das der richtige Weg?
In einer modernen und aufgeklärten Gesellschaft sollte es Konsens sein, dass der Sumpf einer derartigen Jagd-Subkultur trockengelegt werden muss, den Tieren zuliebe, aber auch den Menschen zuliebe.
 
Es kann also letztendlich nicht darum gehen, sich Gedanken zu machen, wie die Summe des Tierleides ein wenig gemildert oder das Töten an sich etwas weniger leidvoll gestaltet werden kann. Es muss vielmehr gefragt werden, warum duldet eine Gesellschaft derartige Exzesse? Welche Machstrukturen herrschen in unserem System, welche wirren Geister bestimmen über uns, dass so etwas wie die Jagd gefördert und gewollt wird? Und auch ein Walter Scheel ist noch skrupellos auf Bärenjagd nach Rumänien gefahren; das Fell des erlegten Tieres liegt heute noch in seiner Wohnung.
 
Um diese Gedankengänge zu vertiefen bieten wir Ihnen hier eine Auswahl aktueller Links:
 
 
 
 
 
 
Zum Abschluss eine Kuriosität, die auch wiederum hohe Aussagekraft über das Verhältnis der Jäger zur Natur und Naturnutzung hat.
Ein Hochsitzbau aus dem Raum Traben-Trarbach (Rheinland-Pfalz):


 
 
In diesem Sinne - herzliche Grüße
für pro iure animalis
 
Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos
 
 
Weitere Infos unter:
www.pro-iure-animalis.de

 
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