Darf man den Massenmord an Juden mit dem Massenmord an Tieren vergleichen? Drucken E-Mail

 

Darf man den Massenmord an Juden mit dem Massenmord an Tieren vergleichen?
von Wolodja  @ 28.06.2014 – 09:01:44


Der Film "Earthlings" klagt die industrielle Massentierhaltung an und vergleicht diese mit den damaligen Geschehnissen in den Konzentrationslagern des Nationalsozialismus. "Earthlings" ist eine Anklage, die allerdings so manchen Zeitgenossen, dem das erforderliche Mitgefühl für die leidenden Tiere abhanden gekommen ist, weder unter die Haut geht noch zu überzeugen vermag.
So sieht auch der Autor und Journalist Felix Laurenz diese erstklassig großartige Dokumentation sehr kritisch, putzt sie herunter und findet die KZ-Vergleiche sehr unpassend und unangebracht.
Siehe hierzu "Vegane Schocker-Doku "Earthlings" - Lasst die KZ-Vergleiche!"

Über diesen Journalisten, der offenbar rein gar nichts verstanden und kapiert hat, schreibt Dr. Ernst Walter Henrich auf seiner Webseite www.provegan.info :
Trotz der Fakten konnte der Film "Earthlings" den Autor Felix Laurenz nicht überzeugen. Wenn die Empathie fehlt, dann geht gar nichts. Warum der Autor Felix Laurenz seine völlig fehlende Empathie so öffentlich so zur Schau stellt, ist schon erstaunlich. So empfindet er auch den KZ-Vergleich als "unangebracht" und schreibt hierzu : „Denn die politische Verfolgung von Millionen Juden hat rein gar nichts damit zu tun, dass Menschen viele Tiere als günstige Nahrungsquelle ausnutzen."

Kommentar von Ernst Walter Henrich:
Darf man den Massenmord an Juden mit dem Massenmord an Tieren vergleichen? Diese Frage stellt sich insofern gar nicht, als dass gerade etliche Opfer des Holocaust diesen Vergleich hervorbrachten. Ganz im Gegenteil ist es eine dreiste Frechheit und Schamlosigkeit von deutschen Wichtigtuern, wenn sie den Opfern des Holocaust absprechen wollen, ihre eigene Vergangenheit zu bewerten und in Vergleichen zu thematisieren, so wie dies immer wieder geschieht. Für mich ein unglaublicher Vorgang, der jegliche Achtung und Respekt vor jüdischen und nichtjüdischen Holocaust-Opfern vermissen lässt!

Gerade der jüdische Nobelpreisträger Isaac Bashevis Singer, der selbst Angehörige durch den Holocaust der Nazis verloren hatte, wies immer wieder auf den Holocaust der Tiere hin. Ich persönlich betrachte Isaac Bashevis Singer wegen seiner Empathie und seines Mutes als grosses Vorbild. Bei jeder Gelegenheit wies er darauf hin, dass das, was die Nazis mit den Juden gemacht hatten, dasselbe sei, was die Menschen mit den Tieren machen. So sagte er unter anderem:

„Wenn es um Tiere geht, ist jeder Mensch ein Nazi. Für Tiere ist jeden Tag Treblinka.“

„Solange Menschen das Blut von Tieren vergießen, wird es keinen Frieden geben. Es ist nur ein kleiner Schritt vom Töten von Tieren zu den Gaskammern Hitlers und zu den Konzentrationslagern Stalins. Solange Menschen mit Messer oder Pistole dastehen, um jene umzubringen, die schwächer sind als sie, wird es keine Gerechtigkeit geben.“

Und das der KZ-Vergleich betreffs des heutigen Umgangs mit Tieren sehr wohl angebracht ist, belegt Ernst Walter Henrich letztlich auch noch mit den nachfolgenden Zitaten:

Dr. Helmut F. Kaplan (Philosoph und Psychologe) :
„Lesen Sie Berichte über die Experimente, die die Nazis in ihren Forschungslabors mit Juden gemacht haben, und dann lesen Sie Berichte über die Experimente, die wir heute mit Tieren durchführen. Dann fällt es Ihnen wie Schuppen von den Augen: Die Parallelen sind lückenlos. Die Berichte von Menschenversuchen und Tierversuchen sind austauschbar. Alles, was die Nazis den Juden angetan haben, praktizieren wir heute mit den Tieren! Unsere Enkel werden uns einst fragen: Wo wart ihr während des Holocaust gegen die Tiere? Was habt ihr gegen diese entsetzlichen Verbrechen gemacht? Ein zweites Mal können wir uns nicht daraus hinausreden, nichts gewusst zu haben.“

J.M. Coetzee (Literatur-Nobelpreisträger) :
„Ich will es deutlich sagen: Rings um uns herrscht ein System der Entwürdigung, der Grausamkeit und des Tötens, das sich mit allem messen kann, wozu das Dritte Reich fähig war, ja es noch in den Schatten stellt, weil unser System kein Ende kennt, sich selbst regeneriert, unaufhörlich Kaninchen, Ratten, Geflügel, Nutztiere auf die Welt bringt, nur um sie umzubringen.“

Edgar Kupfer-Koberwitz (Schriftsteller, 1940–1945 Häftling im KZ Dachau) :
„Ich weigere mich, Tiere zu essen, weil ich mich nicht von den Leiden und vom Tod anderer Lebewesen ernähren kann. Ich weigere mich, dies zu tun, weil ich selbst so schmerzlich gelitten habe, dass ich den Schmerz anderer fühle, indem ich mich meiner eigenen Leiden erinnere.“

„Ich fühle mich glücklich, da niemand mich verletzt; warum sollte ich andere Lebewesen verletzen oder töten oder der Grund dafür sein, dass sie zu meiner Freude und Bequemlichkeit verletzt oder getötet werden. Diese Lebewesen sind kleiner und hilfloser als ich es bin, aber kannst Du Dir einen vernünftigen Menschen mit edlen Gefühlen vorstellen, der bereitwillig diese Tatsache als Grund benutzt, das Recht für sich in Anspruch nimmt, die Schwäche oder die geringere Größe auszunutzen? Glaubst Du nicht, dass es gerade des Größeren, des Stärkeren, des Mächtigeren Pflicht ist, die schwächeren Lebewesen zu schützen, statt sie zu verfolgen, statt sie zu töten?“

Martin Niemöller (Theologe, von 1937–1945 Häftling in den KZs Sachsenhausen und Dachau) :
„Ich entsinne mich, dass ich während eines Urlaubaufenthalts von 1967 im russischen Wald bei Cavidovo zum ersten Mal eine solche 'Hühnerfabrik' gesehen und besucht habe und dass mein erster Eindruck – und er hat sich später nie geändert – der war: das muss für die armen Tiere ja schlimmer sein als was wir im Konzentrationslager die Jahre hindurch haben ausstehen müssen!“

Romain Rolland (Literatur-Nobelpreisträger) :
„Die Grausamkeit gegen die Tiere und auch schon die Teilnahmslosigkeit gegenüber ihren Leiden ist meiner Ansicht nach eine der schwersten Sünden des Menschengeschlechts. Sie ist die Grundlage der menschlichen Verderbtheit. Wenn der Mensch so viel Leiden schafft, welches Recht hat er dann, sich zu beklagen, wenn auch er selber leidet?“

William Ralph Inge (englischer Geistlicher und Bischof 1860–1954) :
„Wir haben den Rest der Schöpfung, die Tiere, versklavt. Unsere entfernten Verwandten mit Fell und Federn behandeln wir so übel, dass sie ohne jeden Zweifel, wenn sie eine Religion ausarbeiten könnten, den Teufel als Menschen darstellen würden.“

Gary Yourofsky (Schriftsteller und Tierschützer) :
„Gerade jetzt in diesem Moment sind auf amerikanischen Strassen nicht weniger als 5.000 KZ-LKWs unterwegs – Lastwagen, die man dafür konstruiert hat. In diesen LKWs sind unschuldige Lebewesen, die in Angst und Schrecken versetzt wurden. Diese Fahrzeuge steuern KZ-Schlachthöfe an, die man mit Sorgfalt in ganz Amerika gebaut hat. Wenn die Lastwagen dort ankommen, dann sind die Tiere so verängstigt, dass sie nicht einmal aus dem Wagen wollen. Sie sind nicht dumm. Sie wissen, was als nächstes kommt. Deshalb gehen die Leute mit Elektroschockern auf die Lkw und zwingen sie über die Rutschen hinunter in den Tod ...

Wissen Sie, wer noch irrsinniger ist? Die Fleischesser. Sie spazieren herum, als ob ihr Lebensstil überhaupt kein Leid verursachen würde. Gerade so als sei es normal und natürlich, Gewalt und Tod zu konsumieren. Wie würden Sie sich fühlen, wenn jemand an dem Tag an dem Sie geboren wurden bereits ihre Hinrichtung geplant hat? Das ist es, was es bedeutet, eine Kuh, ein Schwein, ein Huhn oder ein Truthahn auf diesem Planeten zu sein. Dieses Gebaren ist unentschuldbar und unwürdig für eine Spezies, die vorgibt, richtig von falsch unterscheiden zu können. Die Tiere haben uns nicht eine einzige Sache angetan, die diesen Zorn und diese Grausamkeit rechtfertigen würde, die wir ihnen antun.“

„Es gibt kein 'humanes Schlachten' genauso wie es keine humane Vergewaltigung, humane Sklaverei und keinen humanen Kindesmissbrauch gibt. Wie kann das Schlachten von Milliarden unschuldiger Lebewesen mit Liebe, Menschlichkeit und Anteilnahme geschehen? Menschen mögen in der Lage sein, Entschuldigungen für die Misshandlungen der Opfer zu finden und diese zu ignorieren, aber das entlastet nicht die grausame Tat, vor allem nicht aus der Sicht der Opfer und das ist das einzige was zählt.“

Prof. Dr. Gary L. Francione (Rechtsprofessor) :
„Ist Veganismus eine Angelegenheit der eigenen freien Wahlmöglichkeit? Das hängt davon ab, ob Sie denken, dass wir das moralische Recht einer Wahl haben, die Schutzlosen für frivole Zwecke wie einem Gaumenkitzel auszubeuten.“

Philip Wollen (ehemaliger Vizepräsident der Citibank) :
„Tiere müssen von der Speisekarte genommen werden, denn heute Nacht schreien sie vor Todesangst in den Schlachthöfen, in Ställen und Käfigen – diesen grausamen, schändlichen Gulags der Verzweiflung. Wissen Sie, ich habe die Schreie meines sterbenden Vaters gehört, während der Krebs seinen Körper zerfrass, und mir wurde bewusst, dass ich diese Schreie schon einmal gehört hatte: Im Schlachthaus, mit ausgestochenen Augen und zerrissenen Sehnen, auf den Viehtransportern in den Nahen Osten, und von einer sterbenden Walmutter, in deren Gehirn eine Harpune explodiert, während sie nach ihrem Kind ruft. Ihre Schreie waren die Schreie meines Vaters. Ich sah, dass wir auf die gleiche Weise leiden. Denn wenn es um die Fähigkeit zu leiden geht, dann ist ein Hund ein Schwein, ein Bär, ein Junge.“

„Der Schlachthof meines Kunden machte mich vom Fleck weg zum Vegetarier. Der Gedanke, dass Milchbetriebe ein genauso elender Gulag für Tiere sind, kam mir nicht. Erst als ich das Gemetzel bei Kälbern sah, die künstliche Befruchtung von Kühen, das Wegnehmen winziger Kälber von ihren Müttern, das gewaltsame Töten 'unrentabler' Kälber, wurden Milchprodukte zu einer weiteren Grausamkeit auf der Liste.“

Albert Camus (Literatur-Nobelpreisträger) :
„In einer Welt voller Konflikte, einer Welt von Opfern und Henkern, ist es Aufgabe der denkenden Menschen nicht auf der Seite der Henker zu stehen.“

Kurt Tucholsky (Schriftsteller) :
„Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: NEIN!“

Konsumenten von Fleisch, Fisch, Milch, Milchprodukten und Eiern stehen nicht nur auf der Seite der Henker, sondern bezahlen sogar die Henker. Denn die Tierqualindustrie veranstaltet den Tier-Holocaust nur, weil die Konsumenten sie dafür bezahlt. Die Konsumenten bezahlen für ein System der Folter und des Todes, nur wegen eines frivolen Gaumenkitzels. Ein System, was täglich etwa 40.000 Kinder verhungern lässt, die Klimakatastrophe massgeblich verursacht und die Umwelt zerstört. Daher wiegt die Schuld des Konsumenten schwerer als die Schuld der Tierqualindustrie.

Quelle:  http://wolodja.blog.de/2014/06/28/darf-massenmord-juden-massenmord-tieren-vergleichen-18723411/ 

 


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Was ist Antinatalismus?

Der Antinatalismus ist eine Moraltheorie, die eine von der Philosophie weitgehend verdrängte Frage aufnimmt: die Frage, OB Menschen existieren sollen. Während es zahllose Stellungnahmen zur Frage gibt, WIE die bereits existierenden Menschen leben sollen, haben sich nur wenige Denker mit der Frage beschäftigt, ob es eigentlich moralisch vertretbar ist, neue Menschen zu zeugen. Der Antinatalismus stellt in Frage, was selbstverständlich scheint: dass auch künftig Menschen gezeugt und geboren werden sollen. Auf den ersten Blick könnte diese Moraltheorie damit bedrohlich scheinen. Auf den zweiten Blick aber nimmt sie das folgende POSITIVE ZIEL und das nachstehende GEBOT ernster als andere Moraltheorien:

POSITIVES ZIEL
Keine Sterbenden mehr. Eine Welt ohne Kriege, Massenmorde und Krankheiten. Nirgendwo Schmerzensschreie. Und niemand, der Hunger oder Durst leidet.
Wer würde nicht unterschreiben, dass jede Person das ihr Mögliche tun sollte, um dieses Ziel zu erreichen?

GEBOT
„Handle nicht so, dass eine Person infolge deines Handelns sterben muss.“
Die allermeisten Personen beanspruchen für sich, stets so zu handeln, dass infolge ihrer Handlungen niemand sterben muss. Nun hat aber jede Person, die einen Menschen zeugte, bereits so gehandelt, dass ein Mensch als Konsequenz dieser Handlung sterben muss:  das eigene Kind. Und jedes Paar, dass entschlossen ist, einen Menschen zu zeugen, hat den Entschluss gefasst, so zu handeln, dass ein Mensch (das eigene Kind!) als Konsequenz dieser Handlung sterben muss.

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