Presseinfo: Fahrlässiger Umgang mit Jagdwaffen: Staatsanwaltschaft sieht keinen Grund Ermittlungsver Drucken E-Mail


Presseinfo vom 26.05.2014

 

Jäger deponieren Jagdwaffen offen sichtbar in ihrem PKW und parken diesen über längeren Zeitraum ohne Aufsicht an einem verlassenen Ort. Das ist das Szenario, welches heftige Kritik hervorgerufen und pro-iure-animalis verlaßt hat, die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Konkret geht es um zwei deratige Vorgänge im Raum Traben-Trarbach. Die Staatsanwaltschaft Trier sah keinen Anfangsverdacht einer Straftat, die Oberstaatsanwaltschaft Koblenz bestätigte diese Auffassung im Beschwerdeverfahren.

„Hier werden Waffen ohne Aufsicht im öffentlichen Raum aufbewahrt, eine illegale Aneignung kann binnen Sekunden unbemerkt stattfinden“
empört sich Harald Hoos, einer der Leiter der Tierrechtsinitiative pro-iure-animalis. „Die beiden Traben-Trarbacher Fälle sind kein Einzelfall. Schon des öfteren haben wir beobachtet, dass in Fahrzeugen von Jägern Waffen offen sichtbar liegen während die Fahrzeuge z.B. auf verlassenen Plätzen im Wald geparkt werden. Vor diesem Hintergrund verkommt jede Diskussion um eine schärfere Kontrolle von in privatem Besitz befindlichen Waffen zur Farce!“ fährt Hoos fort.

Begründung der Oberstaatsanwaltschaft wirkt realitätsfremd


Die Oberstaatsanwaltschaft Trier schreibt in ihrer Begründung „Darüber hinaus fehlt es in den von Ihnen angezeigten Fällen an der Gefahr, dass die Schusswaffen abhanden kommen oder darauf unbefugt zugegriffen wird. [...] Die Waffen befanden sich jeweils in verschlossenen Fahrzeugen. Ein Zugriff durch Unberechtigte wäre somit nur nach Überwindung eines nicht unerheblichen Hindernisses, etwa durch das Einschlagen einer Scheibe oder Aufbrechen der Fahrzeuge, möglich gewesen“.

Andrea Ilges, die pro-iure-animalis Vertreterin für den Raum Mosel/Hunsrück, nimmt diese Ausführungen fassungslos zur Kenntnis. „Diese Begründung ist zynisch und realitätsfremd! Das Einschlagen einer Scheibe wird als nicht unerhebliches Hindernis dargestellt. Waffengeschäfte werden aufwändig gegen Einbrüche gesichert, um ein Höchstmaß an Hemmnis und Sicherheit zu schaffen. Bei den angezeigten Fällen liegen die Waffen auf dem Präsentierteller – eine Aneignung mit geringstem Risiko wäre möglich“ stellt Ilges fest. „Fast eine halbe Stunde stand ich in den beiden beanzeigten Fällen bei den Fahrzeugen, ohne dassein weiterer Passant oder gar der Besitzer der Waffen aufgetaucht ist“ führt Ilges weiter aus. Das Waffengesetz führt im § 52a aus, dass mit Geld- oder Freiheitsstrafe belegt wird, wer „... die Gefahr verursacht, dass eine Schusswaffe oder Munition abhanden kommt oder darauf unbefugt zugegriffen wird.“ Weiter wird in der Begründung ausgeführt, dass die Strafvorschriften sich nur auf die dauerhafte Verwahrung von Schusswaffen beziehen würde. Hier sei von einem Transport auszugehen, für den andere Regeln gelten.

Die Bußgeldstelle der Kreisverwaltung Wittlich ist nun am Zug


Die Staatsanwaltschaft wird nun den Vorgang zur weiteren Prüfung an die Bußgeldstelle der Kreisverwaltung Wittlich abgeben. Im Zuge eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens kann das Handeln der Waffenbesitzer geahndet werden. Weiter besteht die Möglichkeit der Zuverlässigkeitsprüfung der Waffenbesitzer, ein Entzug des Waffenscheins wäre noch möglich.

„Wir hoffen nun, dass die Kreisverwaltung den vollen Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten ausschöpft, um ein Zeichen zu setzen, dass derart verantwortungsloser Umgang mit Jagdwaffen zukünftig ausbleibt“ hofft Harald Hoos und fährt fort, „sollte das Verhalten folgenlos bleiben, käme bei mir der dringende Verdacht auf, dass auch in diesem sensiblen Bereich den Jägern ein Freibrief ausgestellt wird.“

 

Ansprechpartner für weiterführende Informationen:
pro-iure-animalis, Bornergasse 45, 76829 Landau, Telefon 0175-8033918, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

 


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