Landesregierung räumt Jägern weiter Sonderrechte ein Drucken E-Mail


Wildtierkameras verstoßen gegen das Datenschutzgesetz

Mit der neuen Richtlinie zum Betrieb von Wildtierkameras in Saarlands Wäldern treibt es die Saarländische Landesregierung nach Ansicht des Deutschen Tierschutzbundes im Saarland auf die Spitze. Durch die neue Richtlinie, die am Donnerstag im Landtagsausschuss für Datenschutz vorgestellt wurde, räume die CDU/SPD Koalition den Jägern weitere Sonderrechte ein, die gegen geltendes Recht verstoßen. Letztendlich soll damit der Vernichtungsfeldzug gegen Wildtiere in Saarlands Wäldern weiter gefördert werden.

Die neue Richtlinie sieht vor, dass der Einsatz von Wildtierkameras, sogenannten Kirrkameras, die zur Überwachung von Wildtierbewegungen in den Jagdrevieren dienen, in den Wäldern erlaubt wird. Die Betreiber der Kameras - also Jäger - sollen lediglich den Standort und den Einsatz ihrer Aufnahmegeräte künftig öffentlich machen und bei der saarländischen Datenschutzbeauftragten melden.

Persönlichkeitsrechte von Spaziergängern werden verletzt

Bei dem Einsatz der Kameras wird öffentlicher Raum überwacht und somit nicht nur Wildtiere beobachtet, sondern auch massiv die Persönlichkeitsrechte von Spaziergängern, Joggern, und Mountainbikern etc. verletzt.

Laut Bundesdatenschutzgesetz ist jedoch nur eine Überwachung erlaubt, wenn es der öffentlichen Sicherheit oder zur Wahrung des Hausrechtes dient und in berechtigten Ausnahmefällen für konkret festgelegte Zwecke – solange nicht die schutzwürdigen Interessen der Betroffenen überwiegen.

Es ist als absolut schutzwürdiges Interesse zu sehen, dass der Bürger bei der ihm zustehenden Naturnutzung unbehelligt bleibt. Die saarländische Landesregierung setzt sich hier über geltendes Bundesrecht hinweg.

Überwachung soll Vernichtungsfeldzug gegen Wildtiere in den Wäldern begünstigen

Mit der neuen Richtlinie zur Wildtierüberwachung möchte die Landesregierung den Jägern im Saarland neben dem neuen Jagdgesetz ein weiteres Werkzeug mit an Hand geben, die den Vernichtungsfeldzug in den Wäldern weiter unterstützen soll. Die Tiere werden mehr und mehr durch diese verachtende und jagdbegünstigende Politik zu Schädlingen und Schießobjekten degradiert.

„Allzu gerne verkaufen die Jagdlobbyisten der Bevölkerung, dass eine Überpopulation bestehe und dass Jagd die Bevölkerung vor den Gefahren, die von Wildtieren angeblich ausgingen, beschütze, so der Landesvorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes, Werner Kirsch. „Wissenschaftliche Studien belegen jedoch das Gegenteil“.

Solche Szenarien dienen im Kern nur dazu, die Lust am Töten bei den rund 3.500 Jägern im Saarland zu fördern. Kirsch: „Der Wald wird immer mehr zum Kriegsgebiet. Ein Krieg gegen die Wildtiere, bei dem auch immer modernere Methoden und technische Einrichtungen Einzug halten. Ein Krieg, bei dem die Ethik auf der Strecke bleibt“.

Kritiken nicht nur Seitens der Tierschützer an der Jagd werden lauter

„Die immer mehr aufkeimende berechtigte Kritik an dem mörderischen und tierverachtenden Hobby Jagd werden immer lauter – nicht nur unter den Tierschützern“ so der Tierschützer Werner Kirsch.

Der Jägerschaft sei jedes Mittel recht, um ihrer Lust weiter gerecht zu werden. Einmal mehr springt die Landesregierung den Jägern mit fragwürdigen Rechtsauslegungen zur Seite. Kein Wunder: Zahlreiche Politiker, Ministerienmitarbeiter, Juristen und Unternehmer frönen diesem abseitigen Hobby.

„Schön dass Du da bist“. Dieser Werbeslogen der Landesregierung gilt offensichtlich vor allem für die Jäger im Land. Nicht aber für Wildtiere in unseren Wäldern.

 

Quelle:

Deutscher Tierschutzbund - Landesverband Saarland
Werner Kirsch  |  Tel.: 0172 680 7484  |  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

 


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