Auszug aus „Schach der Qual“: Drucken E-Mail

 

Auszug aus „Schach der Qual“:


„Das Axiom wurde nun einmal aufgestellt – um alle unliebsamen Diskussionen abzubrechen –, dass im Dienste der Wissenschaft und zum Wohle der Menschheit das Opfer der minderwertigen Kreatur notwendig und sogar im höchsten Maße segensreich und es daher eine ganz und gar unwissenschaftliche, nur tiernärrischen alten Jungfern geziemende Charakterschwäche beweist, wenn man gegen diesen wichtigen Behelf der Heilkunde Einspruch erheben will. Um nicht so unvernünftig zu erscheinen, geben viele dem Proteste, auch wenn er sich in ihrem Innern regt, nicht Ausdruck. Also denn: denken wir nicht daran, weil es uns weh tut – und reden wir nicht darüber. Alles – nur nicht etwa für dumm gehalten werden!

Ich will aber reden.

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Einige Gedichte von Jutta Hinz Drucken E-Mail

 

Einige Gedichte  von Jutta Hinz

 

Jagd-Passion


Ich gehe gern in Feld und Wald
Über Wiesen, an den See.

Doch Wehmut und Trauer erfasst mich bald
Wenn ich die Lustmordstände seh!

Überall und allerorten stöbern 65 Jäger
Schweine , Rehe zu ermorden
Tief in Waldesstille ein-
Üben Terror -  keine Heger
Sondern wilde Horden
Zahlen gern die Kasse ein.

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Nachruhm        von Manfred Kyber  (1880 bis 1933)

   Die Totenfeier am Sarge des berühmten Anatomen und Leiters des Physiologischen Instituts der alten Universität gestaltete sich zu einer ergreifenden Huldigung der akademischen Kreise vor den Verdiensten des großen Verstorbenen. Der Katafalk war mit Kränzen und seidenen Schleifen behangen, in Lorbeer und Blumen gehüllt, brennende Wachskerzen umrahmten ihn und vor ihm waren auf samtenem Kissen die zahlreichen Orden ausgebreitet, die der gelehrte Forscher mit berechtigtem Stolz getragen hatte. Zu beiden Seiten der Bahre standen die Chargierten der Korporationen mit blanken Schlägern und neben den Angehörigen saßen der Senat der Universität in vollem Ornat, sämtliche Professoren der Hochschule und die Vertreter der Behörden. Der Priester hatte soeben seine Rede beendet, die allen tief zu Herzen gegangen war. „Er war ein vorbildlicher Mensch und ein vorbildlicher Gelehrter,“ schloß er, „er war das eine, weil er das andere war, denn ein großer Forscher sein, heißt ein großer Mensch sein. Wir stehen an der Bahre eines ganz Großen, mit Trübsal in der Seele, weil er uns genommen ist. Aber mit- nichten sollen wir trauern und wehklagen, denn dieser große Tote ist nicht tot, er lebt weiter und stehet nun vor Gottes Thron in vollem Glanze seines ganzen arbeitsreichen Lebens, wie es denn in der Schrift heißt: sie ruhen von ihrer Arbeit und ihre Werke folgen ihnen nach!“

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Grausame Vergnügungen Drucken E-Mail

 

Grausame Vergnügungen
                                   Leo Tolstoi (1828–1910)

Die Fleischesser

In allen moralischen Lehren existiert eine Treppe, die von der Erde zum Himmel führt; ein Aufstieg ist nicht anders möglich als dass man bei der ersten Stufe beginnt...
Alle Moralisten erkennen die Notwendigkeit an, dass man sich die Tugenden nur fortschreitend und methodisch aneignen kann.
Aber - wie merkwürdig - seit das Christentum sich gewandelt hat, so dass es nur noch als Kirche verstanden wird, erlöscht das Bewusstsein dieser Notwendigkeit allmählich und nur die Asketen und Mönche bewahren es sich.
Nach Plato war die Enthaltsamkeit die erste Eigenschaft, die es zu erringen galt. Danach kamen die Tapferkeit, die Weisheit und die Gerechtigkeit. Die Doktrin Jesu Christi lehrte ein weiteres Fortschreiten: das Opfer, die Treue zum göttlichen Willen und über allem die Liebe.
Nicht alle Menschen betrachten die Lehre Christi als ein fortwährendes Streben nach Vollkommenheit; die Mehrheit hat sie aufgefasst als eine erlösende Lehre; die Vergebung der Sünden durch die göttliche Gnade, vermittelt durch die Kirche, unter den Katholiken und Orthodoxen, und den Glauben an die Erlösung unter den Protestanten und Calvinisten.

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Die Kuh
       von Emile Verhaeren  ( 1855-1916 ) 

Als kaum die Finsternis anhub zu weichen,
um fünf Uhr früh, im ersten Morgenrot,
schrieb auf der Stirn der Kuh ein Knecht des Kreuzes Zeichen,
band ihr das Halfter um und führte sie zum Tod.

Die Nebel schwebten noch wie feuchte Wollenflocken,
und von der kalten Nacht lag rings das Land noch starr;
aber das Feld ward wach im Klang der Morgenglocken,
grüßte den jungen Tag und lachte wunderbar.

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Der Ochs in Todesangst Drucken E-Mail

 

Der Ochs in Todesangst


                  von  Alfred Polgar
( 1873 - 1955 )

 

Im Allgemeinen - sagen die Metzger - dürfe gelten, dass Schlachtvieh keine Todesangst empfinde. Besonders für Hornvieh treffe dies zu. Das Huhn, wenn die Köchin es so gewiß zwischen die Fäuste nimmt, das Schwein, zum Block geschleift: sie mögen ahnen, was ihnen bevorsteht. Aber Hornvieh ist eben Hornvieh. Dumpf, dumm, dämlich. Wehen des Todesfittichs spürt es nicht, und Schatten des Fittichs kann es nicht sehen, weil der gütige Mensch dem Ochsen die Augen verbindet, ehe er ihm die Keule aufs Stirnblatt schmettert. So ist er schon einmal, der Mensch.
Also Schlachtvieh hat keine Ahnung, was kommt. Zu Kriegsbeginn ist der Beweis im großen Stil erbracht worden. Da sah man es fröhlich brüllend durch die Straßen ziehen und die Stirnen, der Keule verfallen, hoch tragen.

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Der Sohn des Jägers – ein Essay der Empörung Drucken E-Mail


Es ist völlig sinnlos, sich mit ihnen darüber zu unterhalten, sie verstehen es nicht, sie können es nicht verstehen, denkt er, sie hören es, aber es sickert nicht in das Herz, in den Verstand, ergreift  nicht ihr Denken, noch weniger ihr Handeln  und sie wollen es auch nicht verstehen und werden es auch in nächster Zukunft nicht verstehen. Es ist genauso nutzlos mit ihnen über Ethik zu reden, über ethisches Verhalten zu diskutieren, weil sie es nicht begreifen, ist es doch von ihren stupiden Verhaltensweisen, von dem, was sie von ihren Eltern und Großeltern gelernt und übernommen haben, weiter entfernt, als die Lebensbedingungen eines Millionärs vom harten Existenzkampf der Menschen in einer römischen Vorstadthochhaussiedlung. ...

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Brief einer veganen Mutter an ihre kleine Tochter Drucken E-Mail

 

Brief einer veganen Mutter an ihre kleine Tochter
"Du wirst niemals einen Elefanten auf dem Kopf stehen sehen
Du wirst stattdessen fantastische Akrobaten und Clowns sehen.
Du wirst niemals Ostereier anmalen oder ein "Happy Meal" essen.
Du wirst stattdessen Schweinen den Bauch streicheln - und wissen, dass Hühner Empfindungen haben und träumen.
Das Läuten des Eiswagens wird nicht Musik in deinen Ohren sein.
Du wirst wissen, dass dein Soja-Eis nicht Leid und Tränen verursacht hat.
Du wirst evtl. ein leises Kollern hören, wenn du sanft einen Truthahn streichelst.
Und wirst froh sein, dass er am Leben ist, da du deinen Tofurkey isst.
Während andere Kinder Lederschuhe tragen und einen Cheese-Burger essen,
küsst du Kühe, fütterst Ziegen und sagst: "Soja bitte!".
Es ist nicht immer leicht, anders zu sein, ich weiß. Die Welt ist oft grausam.
Vielleicht wirst du von anderen Kindern in der Schule ausgelacht.
Aber Mitgefühl ist eine wichtige Gabe, die so wenige teilen.
Und dein Herz wird nicht mit Schuld beladen sein wie das deiner Mutter.
Also schäme dich nie dafür, dass du nicht gleichgültig bist.
Du wirst in einzigartgier Weise schön sein, und deine Empathie ist selten.
Und wenn du ein gerettetes Lamm siehst und sein dickes warmes Fell streichelst,
wirst du keine Traurigkeit oder Reue empfinden - und kannst ihm in Frieden in die Augen sehen.
Warum habe ich so lange gebraucht, um zu lernen.. Ich werde es dich von Beginn an lehren.
Und dein Fußabdruck wird wesentlich kleiner sein als meiner, auf dieser zerbrechlichen Erde."

(Anonymous Vegan, Übersetzung: Anna Vasenthien)
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Der Tod und die Kälte Drucken E-Mail

Der Tod und die Kälte

von Heike Heinze, Berlin


"Sobald es kalt wird, glitzernd weiße Flöckchen die Stadt zudecken, begegne ich meinen toten, einst gepeinigten Freunden überall. In Form von Kleidung und Accessoires, die Menschen tragen. Die Haut der Tiere, ihr herrlicher Pelz, den ihnen die Natur im Laufe der Evolution zum Schutz geschenkt hatte, wurde ihnen zum Verhängnis. All die Jahre gehe ich durch die kalten Wintermonate für meine noch lebenden Freunde und für die toten.

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Der Alptraum des Jägers / Der Tag der Rache Drucken E-Mail
 

Der Albtraum des Jägers / Der Tag der Rache


von Heike Heinze, Berlin

Schneeflocken rissen den schnarchenden Jäger aus dem Schlaf. Zarte, weiße Gebilde, die scharfkantigen Kristallen gleich, in die Poren seiner nackten Haut stachen. Entsetzt riss er die Augen auf - verfluchte diesen naturgegebenen Reflex, denn sofort brannten seine vereisten Lider wie Feuer. Das steife, beinahe taube Anhängsel seines rechten Unterarms verlor die Balance im Dickicht knackender Zweige. Die Kälte, "Oh mein Gott, diese furchtbare Kälte!", hatte sein zuvor ruhendes, fröhliches Gesicht zu einer schieflächelnden Maske modelliert. Sein Kopf schnellte wie ein fratzenhaft rosiger Pingpongball hin und her und verstand nicht! Der Schädel des Mannes schien anfangs für diesen einzigen, herbeirasenden, nadelspitzen Gedanken zu klein zu sein, als wollte die darauffolgende Erkenntnis einfach nicht hineinpassen. Bis er begriff.

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Gedanken einer Mutterkuh Drucken E-Mail

Gedanken einer Mutterkuh


Kannibalen werden oft verachtet,
doch was ist, wenn Ihr uns schlachtet?
Auch tote Tiere sind doch Leichen,
muss der Gedanke nicht schon reichen???

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Mein Name ist Tier und ich hasse euch Drucken E-Mail


Mein Name ist Tier und ich hasse euch

Von Jens Grote

Für euch verdammte Tierversuchsärzte empfinde ich nichts außer Verachtung. Wie könnt ihr es wagen, die Aussicht auf Forschungserfolge über mein Schmerzempfinden und meine Qual zu stellen? Wisst ihr eigentlich, wie uninteressant es für mich ist, ob eure Kosmetik hautverträglich ist? Ich benutze solchen Schund nicht, schmiert es euch also gefälligst selbst in die Augen, wenn ihr wissen wollt, wie sehr es dort brennt. Könnt ihr euch vorstellen, wie egal mir Heilungsmethoden für menschliche Krankheiten sind? Ich bekomme diese Krankheiten wenn dann nur künstlich durch eure Hand, lasst mich also in Ruhe und testet euren Dreck an euren eigenen Kranken. Ihr nennt mich Verbrauch, mein Name ist Tier und ich hasse euch.

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A Modest Proposal - Jonathan Swift Drucken E-Mail

A Modest Proposal for preventing the children of poor people in Ireland, from being a burden on their parents or country, and for making them beneficial to the publick (1729)
Jonathan Swift

It is a melancholy object to those, who walk through this great town, or travel in the country, when they see the streets, the roads and cabbin-doors crowded with beggars of the female sex, followed by three, four, or six children, all in rags, and importuning every passenger for an alms

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Nachruhm Drucken E-Mail

Nachruhm
        Von Manfred Kyber  (1880 bis 1933)

   Die Totenfeier am Sarge des berühmten Anatomen und Leiters des Physiologischen Instituts der alten Universität gestaltete sich zu einer ergreifenden Huldigung der akademischen Kreise vor den Verdiensten des großen Verstorbenen. Der Katafalk war mit Kränzen und seidenen Schleifen behangen, in Lorbeer und Blumen gehüllt, brennende Wachskerzen umrahmten ihn und vor ihm waren auf samtenem Kissen die zahlreichen Orden ausgebreitet, die der gelehrte Forscher mit berechtigtem Stolz getragen hatte. Zu beiden Seiten der Bahre standen die Chargierten der Korporationen mit blanken Schlägern und neben den Angehörigen saßen der Senat der Universität in vollem Ornat, sämtliche Professoren der Hochschule und die Vertreter der Behörden. Der Priester hatte soeben seine Rede beendet, die allen tief zu Herzen gegangen war. „Er war ein vorbildlicher Mensch und ein vorbildlicher Gelehrter,“ schloß er, „er war das eine, weil er das andere war, denn ein großer Forscher sein, heißt ein

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Das Rehkitz Drucken E-Mail

Das Rehkitz

Ein Mosaik aus Licht.
Das Gras zwischen den Steinen,
An manchen Stellen rot gefärbt
Von ihrem Blut.

So lange leckte ich noch ihre Wunde,
Sah, wie der Glanz in ihrem Auge starb.

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Das Lied vom Finken und dem Jägersmann Drucken E-Mail

Das Lied vom Finken und dem Jägersmann
von Wilhelm Busch

Ein Finke saß im grünen Hag,
Der sang den lieben langen Tag,
Wie's grad im Herzen ihm aufgeblüht
Sein lustig Lied, sein traurig Lied.

Er sang, wie sich die Sonnenstrahlen

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Gedichte Drucken E-Mail

Das Kälbchen


Du Tier, im dunklen Stall geboren,
Eh du des Lebens recht bewußt,
Greift dich ein Schlächter bei den Ohren
Und reißt dich von der Mutterbrust.

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Das Ostern der Tiere Drucken E-Mail

Das Ostern der Tiere
von Edgar Kupfer-Koberwitz
 
Brüllen dröhnt in den Schlachthöfen,
Wer hört es?
Wohin tönt es ?
Zu Gott.

Blut dampft in den

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Gedanken eines sterbenden Wildschweins Drucken E-Mail

Gedanken eines sterbenden Wildschweins

Heute morgen war die Welt noch in Ordnung. Ich lag mit meiner Familie im Dickicht im Wald und schlief. Alles war vertraut.
Es war noch nicht Mittag, als ich mit meiner Familie (ihr Menschen nennt es Rotte, warum weiß ich nicht) vom Lärm der Menschen und Hunde geweckt wurde. In Angst rannten wir alle los, manche konnten sich retten, aber ich lief offensichtlich in die falsche Richtung. Dann gab es einen Knall. Im ersten Moment wusste ich gar nicht was los war, ich spürte einen Schmerz an der Schulter und meine Angst wurde zur Panik

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Im Verkehr mit den Tieren Drucken E-Mail

Im Verkehr mit den Tieren

von Friedrich Nietzsche

Man kann das Entstehen der Moral in unserem Verhalten gegen die Tiere noch beobachten. Wo Nutzen und schaden nicht in Betracht kommen, haben wir ein Gefühl der völligen Unverantwortlichkeit; wir töten und verwunden zum Beispiel Insekten oder lassen sie leben und denken für gewöhnlich gar nichts dabei. Wir sind so plump, daß schon unsere Artigkeiten gegen Blumen und kleine Tiere fast immer mörderisch sind: was unser Vergnügen an ihnen gar nicht beeinträchtigt. – Es ist heute das Fest der kleinen Tiere der schwülste Tag des Jahres: es wimmelt

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lamm.jpgSchächten ist eine der grausamsten Methoden, ein Tier zu töten. Vorgebliche Begründung für die Notwendigkeit des Schächtens sind Religionsvorschriften, die bis zu 2.500 Jahre zurückreichen. Diese archaisch-brutalen Vorschriften werden mit rigider Konsequenz allerdings nur gegenüber der wehr- und rechtlosen Tierwelt umgesetzt. ...

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