Tierrechte und Ethik
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Kleine Vorlesung über Grundbegriffe der Ethik


Was ist eigentlich geschehen? Da fährt am 20.12. ein Mann mit einem LKW mit terroristischen Absichten in einen Berliner Weihnachtsmarkt und zermalmt ein Dutzend tödlich, verletzt mehrere Dutzend weitere. Da postet ANIMAL PEACE die Pressemeldung mit einem kleinen Text: "Gänse? Sechs Millionen Terroropfer jährlich in Deutschland. Für Gänse ist jeden Tag Weihnachtsmarkt. Vergesst das nie!" Ein Shitstorm bricht los. "Geschmacklos", ist noch eine der höflichsten Wertungen. Doch geht es hier wirklich nur um Geschmacksfragen? Oder doch um viel mehr?
ANIMAL PEACE hat in seinem Post den Terroranschlage von Berlin mit der Sache der Gänse verknüpft und benutzte das Schicksal der über 60 toten und verletzten Gewaltopfer vom Berliner Weihnachtsmarkt als Vehikel, um auf andere Gewaltopfer hinzuweisen: sechs Millionen Gänse als Gewaltopfer derer, die jetzt vor allem nur Selbstmitleid und Schwarmsolidarität kennen. Die herrschende Moral nennt dieses Vorgehen nun unanständig und pietätlos. Es ist genau dieselbe herrschende Moral, die die anderen Tiere und deren Leben bürgerlichen Anstandsnormen unterordnet.
Die Begriffe „Maximalmoral“ und „Minimalmoral“ gehören zu den Grundbegriffen der Ethik. Die Minimalmoral bezeichnet dabei ethische Basispositionen wie das Tötungsverbot und das Diskriminierungsverbot. Es ist eine Art Urmoral, die über allem anderen steht und ohne die alles andere nichts ist.
Die Maximalmoral hingegen beschreibt Gebote, die zum einen nicht verpflichtend sind und die vor allem lediglich das soziale Miteinander angenehm gestalten sollen. Es sind Anstandsregeln, das Gebot zur Freundlichkeit, zur Höflichkeit, das Gebot, den Nachbarn zu grüßen und bei Tisch nicht zu furzen. Es geht allein um tugendhaftes Verhalten. Wenn die Minimalmoral eingehalten wird, darf dann auch die Maximalmoral Platz nehmen.

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Rassismus und Tierleid


Rassismus ist verachtenswert, durch und durch, immer und überall. Jemanden abzuwerten und schlecht zu behandeln, weil er eine andere Nase hat, eine andere Hautpigmentierung, weil er eine andere Sprache spricht, ist verabscheuungswürdig. Rassismus muss grundsätzlich bekämpft werden. Hierbei darf es auch nicht von Bedeutung sein, welche Hautfarbe, Nasenform oder Geschlecht der Rassist, die Rassistin selbst hat, sonst führt sich wohlmeinender Antirassismus ad absurdum.

Bei der Bekämpfung von Rassismus geht es darum, jene, die von einer wie auch immer gearteten Gruppe verachtet, verfolgt oder getötet werden, vor Leid, Schmerz und Demütigung zu bewahren. Man weiß, dass die Verfolgten leiden, und genau das will ein ethisch und empathisch denkender Mensch vermeiden oder abschaffen.

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Tier-Holocaust und Menschen-Holocaust
Ein Kommentar

 

Von Dr. Ernst Walter Henrich

Die Frage ist nicht, ob wir den Holocaust der Nazis mit dem heutigen Tier-Holocaust vergleichen dürfen, die Frage ist vielmehr, ob die Nachfahren der Täter den jüdischen Opfern des Nazi-Holocaust verbieten dürfen, ihren eigenen erlebten Holocaust mit dem Tier-Holocaust zu vergleichen!

Was ist der Unterschied zwischen dem Menschen-Holocaust durch die Nazis und dem Tier-Holocaust durch die restliche Menschheit? Antwort: Die extrem grössere Anzahl der Opfer beim Tier-Holocaust. Trotzdem behaupten einige Leute, dass man den Menschen-Holocaust mit nichts vergleichen dürfe, weil man dadurch die Opfer der Nazis herabwürdigen würde. Dabei gibt es keinen Grund, warum der Wert eines Tieres niedriger sein sollte als der eines Menschen. Schon der Nobelpreisträger Bertrand Russel stellte fest:


„Es gibt keinen objektiven Grund für die Annahme, dass menschliche Interessen wichtiger seien als tierliche.“

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TIERE NUTZEN ? Drucken E-Mail

 

TIERE  NUTZEN ? 

Tiere nutzen ? Ist nicht nur eine Frage der Ethik, sondern gleichsam eine der Vernunft, wie des Kenntnisgewinns. Die Frage ist komplex und kann nur differenziert beantwortet werden, wobei auch die Nutzung selbst als weitläufige Begrifflichkeit, zu definieren ist. Handelt es sich um eine humane, annehmbar humane, oder eine totale Nutzung, oder nur um ein Missverständnis bar Planungsabsicht. Unbehandelt soll hier die sprachliche Nutzung bleiben, ein selbständiges Kapitel mit dem Anspruch ideologisch begründeter Rechtfertigung für ein Unterfangen, dessen Moralität dem Wunschgedanken untergeordnet wird. Du darfst töten, weil die Natur tötet. Und weil Gott es befürwortet.

Die Natur berücksichtigt weder Recht, noch Unrecht. Skrupel sind kein Wert an sich. Machtdurchsetzung im Sinne der natürlichen Behauptung der Art ist legitim. Natur unterscheidet lediglich Kraft des Durchsetzungsvermögens mittels Stärke oder Klugheit. Stärke ist die Strategie per se. Klugheit entsteht infolge Unterlegenheit und zweigt in zwei Zielrichtungen, von der die eine die Steigerung der Fertilität und die andere die Innovation von Taktik darstellt. Die in jeder Hinsicht schwächliche und unterlegene physische, aber auch psychische, im Kontext realer Naturbedrohungen, Ausstattung der Art Mensch, wurde folglich durch die Innovation von Taktik in einem Bezug zu einer erdachten strategischen Übermacht, Gott genannt, zwingend zur Spitze der Nahrungskette. In diesem Kontext nutzt der Mensch den Menschen intensiver, als etwa das in Abhängigkeit gedrängte Wesen aller anderen Arten. Mensch hat unter Anleitung zu arbeiten; Tier hat zu kompensieren. Gott, oder ein Derivat, als erste Erfindung des frühen Menschen, ist unerläßlch, als Systemgröße der Natur vorangestellt zu werden, um einen Garanten  zu erhalten, der die eigenen Wünsche zu Gesetzen erklärt. Folglich darf Mensch beim Töten sich auf der rechtfertigenden Seite seines Gottes, wie allerdings auch nachrangig der Natur vergewissert sehen.

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„Der Holocaust-Vergleich wird immer wichtiger“ Drucken E-Mail

 

Interview mit Dr. Helmut Kaplan: „Der Holocaust-Vergleich wird immer wichtiger“


von Wolodja @ 02.08.2014 – 07:46:12


Dr. Helmut Friedrich Kaplan ist wohl der bekannteste Vordenker und Verfechter der Tierrechtsethik im deutschsprachigen Raum. Er wurde am 13. Oktober 1952 in Salzburg geboren, wo er auch heute noch lebt. 1982 schloss er sein Studium der Psychologie an der Universität Salzburg mit einer Promotion ab. Sein anschließendes Philosophie-Studium beendete er mit einer Magisterarbeit über Peter Singer, einen der Mitbegründer der modernen Tierrechtsphilosophie. Er ist Autor mehrerer Bücher, u.a.: „Leichenschmaus – Ethische Gründe für eine vegetarische Ernährung“, „Tierrechte – Die Moral einer Befreiungsbewegung“, „Der Verrat des Menschen an den Tieren“ und „Freude schöner Götterfunken – Glück zwischen Schmerz und Leid“. Darüber hinaus verfasste er zahlreiche Zeitschriftenbeiträge und sonstige Aufsätze zum Thema Tierrechte, die teilweise auch auf seiner Internet-Seite http://www.tierrechte-kaplan.org/ einzusehen sind. Er hält regelmäßig Vorträge und ist ein häufiger Gast in Fernseh- und Rundfunksendungen, Talkshows und sonstigen Diskussionsrunden.
Frage 1: Herr Kaplan, sofern wir es in der kurzen Einleitung noch nicht vorweg genommen haben, erzählen Sie unseren Lesern doch bitte ein wenig über Ihre Person und Ihren bisherigen Werdegang. Gab bzw. gibt es in Ihrem Leben Menschen, die Sie in Ihrer Entwicklung – speziell in Bezug auf die Tierrechtsethik – besonders geprägt und beeinflusst haben, die vielleicht sogar Vorbilder für Sie sind?

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Illusion Menschenwürde Drucken E-Mail

 

Illusion Menschenwürde

Die Menschenrechte regeln die Beziehungen der Menschen untereinander und beschreiben einen globalen idealisierten Sollzustand für die Gattung Mensch. Sie betrachten den Mensch als isolierte Einheit, denn eine Verbindung zur übrigen Natur und den anderen Lebewesen wird in der Konvention ausgeklammert.
Die Präambel der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ (Resolution 217 A (III) der Generalversammlung vom 10. Dezember 1948, vom Vatikan nicht unterschrieben!) spricht von angeborener Würde des Menschen, einer Würde, in deren Genuss das Individuum zufällig durch Geburt und durch eine Laune der Natur gelangt mit der Folge, dass ein angeborenes Faktum dauerhaft wirkt und vom Geburtsmoment bis zur Todesstunde vorhanden ist. Ein Bemühen, Erlernen oder ein Streben nach diesem Kriterium ist infolgedessen nicht notwendig, ein Verlust darüber hinaus ausgeschlossen.
Es ist zu fragen, was unter dem in dieser Erklärung undefinierten und nebulös-schwammigen Begriff der Würde zu verstehen ist

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Metzger, Jäger & Co. Drucken E-Mail

Die gefährlichsten Momente der Weltgeschichte waren stets die Zeitabschnitte, in denen es einer Einzelperson oder strukturierten Gruppierungen gelang, sowohl die Machthaber als auch die Schlüsselfiguren des Volkes hinter einem gemeinsamen Gedanken, einer Idee, einer Ideologie, hinter einem gemeinsamen Weltbild, zu vereinigen.

Die Vereinigung konnte eine langsam wachsende sein oder, wie im Fall der Revolution, eine eruptive, eine plötzliche, eine Veränderung, das bisherige Gedankengut wegspülende Flut. ...

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Manifest zu den Grundrechten der Tiere Drucken E-Mail

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 MANIFEST

zu den Grundrechten der Tiere

  Lesen Sie hier!

oder bestellen Sie das Manifest in gedruckter Form hier!


Neben zahlreichen Privatpersonen erklären sich bisher u.a. folgende Organisationen mit dem Manifest solidarisch:

Politische Arbeitskreis für Tierrechte in Europa e.V. - PAKT e.V. - www.paktev.de
Arbeitskreis Tierschutz - Ulrich Dittmann
WEEAC Deutschland - www.weeac.de
Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not - www.animal-spirit.at
Hütestrubbel - Axel Kropp - http://huetestrubbel.wordpress.com
Anti Jagd Allianz e.V. - www.anti-jagd-allianz.de
Tierschutznews - www.tierschutznews.ch
Antijagd Schweiz - www.antijagd.ch
Wolfgang Herrmann - www.wolodja.blog.de
Tierschutzverein Lemgo e.V. http://www.tierschutz-lemgo.de/
SIMBIOSIS-Mensch u.Natur e.V  http://www.promonte.de/
Stiftung für Ethik im Unterricht  http://www.tierundwir.ch/   

 

 
KARNISTISCHES MANIFEST Drucken E-Mail

 

Karnistisches Manifest

von Karim Akerma

Ich bin Karnist*. Dieser Ausdruck kommt von dem lateinischen Wort für Fleisch: caro, carnis. Karnist zu sein bedeutet, dass ich eine Entscheidung getroffen habe: Obwohl ich weiß, dass Menschen auch ohne Fisch und Fleisch sehr gut leben können, habe ich mich dazu entschlossen, weiterhin Tiere zu essen.
Es gibt da neuerdings einen vornehmen Ton unter Vegetariern: Man dürfe uns Fleischessern nicht bildhaft vor Augen führen, was wir bewirken, wenn wir Fleisch kaufen und essen. Die in Vereinen organisierten Vegetarier wollen uns mit Lammfellhandschuhen anfassen und uns vor allem keine grausamen Bilder aus den Schlachthöfen zeigen. Damit unsere ach so empfindlichen Seelen keinen Schaden nehmen. Hat man denn vergessen, dass wir alle gemeinsam im Informationszeitalter leben? Wir Karnisten sind nicht dümmer oder schlechter informiert als Vegetarier und wissen recht genau, was wir in Kauf nehmen.
Von überall her wird es mir zugetragen: Fleischessen sei schlecht. Aber Fleisch schmeckt mir nun einmal gut. Dieses Gute kompensiert alles Schlechte, weshalb ich es weiter essen werde.

Ich erkläre mich:

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Das Fleisch der Kritischen Theorie Drucken E-Mail

 

Das Fleisch der Kritischen Theorie

von Karim Akerma

„Also, lieber Herbert, nachdem wir uns an Tafelspitz und Wiener Schnitzeln gestärkt haben, gehen wir zur Ästhetik über.“

Beißender philosophischer Humor: Wie man die Moral mit Löffeln fressen kann. Fortsetzung eines Gesprächs mit Herbert Marcuse unter Einbindung Adornos

Verfechter einer zeitgemäßen und solidarischen Ernährungsweise sind gut beraten, Vertreter der Kritischen Theorie wie Marcuse oder Adorno nicht zu Hausgöttern oder Urtheoretikern der vegetarischen Sache zu machen. 1977 führte Jürgen Habermas mit Herbert Marcuse und anderen eine Reihe von Gesprächen, die aufgezeichnet und im Suhrkamp Verlag publiziert wurden. Auszug aus einem Gespräch, an dem Herbert Marcuse, Jürgen Habermas, Heinz Lubasz und Tilman Spengler teilnahmen:

HABERMAS „Wir kreiseln. Ich finde, wir sollten zur ästhetischen Theorie übergehen...
SPENGLER Ich schlage vor, etwas zu essen.

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Carnedizee - Philosophie als fleischlastiges Denken statt brotlose Kunst Drucken E-Mail

 

Carnedizee - Philosophie als fleischlastiges Denken statt brotlose Kunst

von Karim Akerma

Der Fleischskandal der Philosophie im Ausgang von Aurelius Augustinus
Nicht bloß die Agrarindustrie hat ihre Fleischskandale, auch die Philosophie: Seit vielen Jahrhunderten zerbrechen sich große Denker den Kopf darüber – sei es im Ohrensessel, sei es bei Tisch –, wie sie es bei aller Liebe zur Wahrheit bewerkstelligen können, auf das noch sehr viel leidenschaftlicher geliebte Fleisch nicht verzichten zu müssen. Insbesondere zwei Probleme stehen dem Weg des Fleisches auf den Teller der Denker im Wege. Da ist zum einen das christliche Gebot „Du sollst nicht töten!“, zum anderen das fast immer überreiche Parallelangebot an nichttierischer Nahrung. Spätestens seit dem Kirchenvater Aurelius Augustinus (geboren im Jahr 354 im heutigen Souk-Ahras in Algerien) versuchen große abendländische Geister sich an nichts Geringerem als einer Carnedizee. – Unter Carnedizee sei also verstanden: die Verteidigung der moralischen Bonität des Fleischverzehrs in Ansehung des mächtigen evangelischen Tötungsverbots einerseits und reichlich vorhandener pflanzlicher Kost auf Erden andererseits.
Hier soll keine ins Detail gehende Tellerschau betrieben werden. Stellvertretend für viele andere sei mit Blick auf einige wenige Philosophen gefragt: wie versuchen sie zu rechtfertigen, dass wider besseres Nachdenken doch immer wieder etwas den Weg auf den eigenen Teller findet, was dort eigentlich nicht hingehört: Fleisch!

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Die Tötung von Tieren und die Zerstörung von Pflanzen Drucken E-Mail


Eine philosophische Betrachtung des Arguments:
„Warum sollte ich kein Fleisch essen? Vegetarier töten doch auch!“

 

Die These: Pflanzen sind keine lebenden Wesen, von denen sich sagen ließe, sie würden getötet. Wie diese Behauptung begründet werden kann, davon handeln die nachstehenden Zeilen.

Wer oder was lebt? Wer so fragt, bekommt vielleicht eine Antwort, die der folgenden ähnelt: „Lebendig sind alle funktionierenden Organismen, also alle Menschen, Tiere und Pflanzen.“ Gehen wir also für den Augenblick davon aus, alle Menschen, Tiere und Pflanzen seien lebende Wesen, und fragen wir jetzt: „Wer oder was kann getötet werden?“ Die Antwort auf diese Frage könnte lauten: „Alle Menschen, Tiere und Pflanzen.“ Probieren wir nun, wie leicht uns folgende drei Sätze von der Lippe gehen:

1. Frau F. wurde bei einem Verkehrunfall getötet.
2. Auch der Hund von Frau F. wurde bei diesem Unfall getötet.
3. Vor dem Verkehrsunfall war Frau Fischer im Garten und tötete einige Stiefmütterchen
und ein wenig Löwenzahn.

Sätze nach Art von Nummer drei hört man selten, wenn überhaupt jemals. Zwar ist im allgemeinen Sprachgebrauch ziemlich häufig von lebenden Pflanzen die Rede, von der Tötung von Pflanzen hingegen hat kaum jemand je etwas vernommen. Eine merkwürdige Asymmetrie. Ist unser alltägliches Sprechen ...
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Homo sapiens in der Falle – das Problem des Schweine-KZs ? Drucken E-Mail

 

Gedanken zu Tierschutz:

Homo sapiens in der Falle – das Problem des Schweine-KZs ?

Jüngst habe ich als Natur- und Tierschützer in einer Stellungnahme für den BUND eine in Thüringen geplante Schweinezuchtanlage u.a. mit einem KZ verglichen, ohne jemanden namentlich zu benennen.  Ich tat dies, um unsere abgestumpften Mitmenschen für das Thema zu sensibilisieren. Lokal  ist mir das auch gelungen. Es gab einen Aufschrei, eine Strafanzeige und schließlich sogar eine Gerichtsverhandlung wegen meinem Vergleich. Der geplante Neubau ist zum Glück abgelehnt worden, allerdings war man zu feige, zuzugeben, dass Tierschutzgründe hier auch eine Rolle gespielt haben könnten, man berief sich ausschließlich auf Emissionen und Immissionen...

Dennoch halte ich meinen Vergleich für statthaft, notwendig und belegbar.
Diesen habe ich auch vor Gericht verteidigt.
Bereits  1975 verglich der berühmte Tierschützer Prof. Grzimek die Haltung von Hühnern in  Käfig-Hennen-Batterien öffentlich als Hühner-KZs. Dafür fing er sich eine Klage eines beleidigten Hühnerhalters ein, die aber vor Gericht am 17.12.1975 zu seinen Gunsten entschieden wurde. Heute sind diese Anlagen in der Form, wie sie damals betrieben wurden, in Deutschland verboten. Auch in meinem Fall konnte ich das Gericht überzeugen, dass es hier um die Sache und nicht um Personen ging und der Richter stellte das Verfahren gegen eine geringe Geldbuße an ein Tierheim ein.

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Magnus Schwantje - Vorkämpfer für Tierrechte Drucken E-Mail


Magnus Schwantje ist einer der bedeutendsten und konsequentesten Vorkämpfer für Vegetarismus und Tierschutz in Deutschland. Schwantje wurde 1877 in Oldenburg geborenen, war 1901-1904 Vorsitzender des Berliner Tierschutzvereins und gründete 1907 die Gesellschaft zur Förderung des Tierschutzes. Er engagierte sich schon damals für Vegetarismus und gab dazu die wichtige Monatsschrift Ethische Rundschau heraus. So stehen auf einem der Titelblätter die Worte Schopenhauers: "Das Mitleid ist die alleinige echt moralische Triebfeder - Die von mir aufgestellte moralische Triebfeder bewährt sich als die echte ... dadurch, daß sie auch die Tiere in ihren Schutz nimmt."
Mehr dazu unter: http://www.arthur-schopenhauer-studienkreis.de/Magnus-Schwantje/magnus-schwantje.html

Aber auch zur Jagd und zu Jägern äußerte sich Magnus Schwantje sehr früh und sehr deutlich. Als Neunzehnjähriger veröffentlichte er seine erste Schrift  "Das edle Waidwerk und der Lustmord” (Schwantje 1897). In dieser Schrift widerlegte er die Argumente der Jagdbefürworter und zeigte, dass die Lust am Töten – zumindest unbewusst – das eigentliche Motiv der Jagd bildet. Dies rechtfertigte die befremdende Bezeichnung "Lustmord”.   

Auch in einem Flugblatt behandelt Schwanje die Frage: "Ist Jagd ein edles Vergnügen?"

Die kritische Betrachtung der Jagd hat somit mehr Tradition als dies die Jäger von ihrem Waidwerk behaupten. Denn viele Riten, die bei der heutigen Jagd praktiziert werden, entstanden er in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

 
Wie können wir Tierrechte verwirklichen? Drucken E-Mail


Wie können wir Tierrechte verwirklichen?

Helmut F. Kaplan

Hinweis: Beim folgenden Text handelt es sich um die schriftliche Ausarbeitung der gleichnamigen Rede, die am 14. Mai 2011 beim „Event für Tierrechte“ am Kölner Domplatz gehalten wurde.

Ich arbeite nunmehr seit vielen Jahren in der Tierrechtsbewegung. Das ist schon allein wegen des Leidens, mit dem man dauernd konfrontiert wird, keine besonders angenehme Tätigkeit. Und das letzte Jahr war besonders schwierig. Denn BIS vor einem Jahr konnte man sich sagen: Wenn es uns nur gelänge, die Menschen über die grauenhaften Fakten im Zusammenhang mit der Fleischproduktion aufzuklären, sie hinreichend zu informieren, dann würden sich die Dinge schon in die richtige Richtung verändern.

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