Tierrechte und Ethik

Fleischkauf ist böse!

von Dr. Karim Akerma

Der Erwerb eines Stücks Fleisch ist eine böse Tat! Ist dieses krude Urteil gerechtfertigt? Um diese Auffassung ungerechtfertigt scheinen zu lassen, konstruiert man eine Legende, die in mehreren Spielarten verbreitet ist. Eine Variante dieser Legende besteht aus folgenden Einzelteilen:

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Menschen waren schon immer Fleischesser. Dann kamen die Religionen, das Judentum, das verkirchlichte Christentum und der Islam, die den Fleischkonsum damit rechtfertigten, dass sie die Schöpfung dem Menschen zur Vernutzung übergaben. Die Menschen mussten nun jahrhundertelang glauben, dass dem so ist.

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Der Mensch in der Masse und Tierschutz

Der Mensch in der Masse, der Mensch in der heutigen Massengesellschaft, verhält sich als Individuum regelmäßig völlig anders, entwickelt andere Eigenschaften und Einsichten als wenn er Teil einer kollektiven Massenströmung wird. Dieses Phänomen ist die Ursache, auf denen Moden, Ansichten, Meinungen aber auch allgemeine Denkströmungen und Politikvorlieben basieren. Für den Tierschutz ist dieses Wissen eminent wichtig, erklärt es doch zum großen Teil, warum Tierschutz immer noch und auch weiterhin ein Stiefkind der öffentlichen Wahrnehmung ist und Verbesserungen für die Tierwelt kaum oder nur schleppend stattfinden. Die Moral der kollektiven Massenseele hat den Anthropozentrismus verinnerlicht und damit die Tierwelt aus der herrschenden Moral und Ethik weitgehend eliminiert.

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Kleine Vorlesung über Grundbegriffe der Ethik

Was ist eigentlich geschehen? Da fährt am 20.12. ein Mann mit einem LKW mit terroristischen Absichten in einen Berliner Weihnachtsmarkt und zermalmt ein Dutzend tödlich, verletzt mehrere Dutzend weitere. Da postet ANIMAL PEACE die Pressemeldung mit einem kleinen Text: "Gänse? Sechs Millionen Terroropfer jährlich in Deutschland. Für Gänse ist jeden Tag Weihnachtsmarkt. Vergesst das nie!" Ein Shitstorm bricht los. "Geschmacklos", ist noch eine der höflichsten Wertungen. Doch geht es hier wirklich nur um Geschmacksfragen? Oder doch um viel mehr?

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Rassismus und Tierleid

Rassismus ist verachtenswert, durch und durch, immer und überall. Jemanden abzuwerten und schlecht zu behandeln, weil er eine andere Nase hat, eine andere Hautpigmentierung, weil er eine andere Sprache spricht, ist verabscheuungswürdig. Rassismus muss grundsätzlich bekämpft werden. Hierbei darf es auch nicht von Bedeutung sein, welche Hautfarbe, Nasenform oder Geschlecht der Rassist, die Rassistin selbst hat, sonst führt sich wohlmeinender Antirassismus ad absurdum.

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Tier-Holocaust und Menschen-Holocaust

Ein Kommentar

Von Dr. Ernst Walter Henrich

Die Frage ist nicht, ob wir den Holocaust der Nazis mit dem heutigen Tier-Holocaust vergleichen dürfen, die Frage ist vielmehr, ob die Nachfahren der Täter den jüdischen Opfern des Nazi-Holocaust verbieten dürfen, ihren eigenen erlebten Holocaust mit dem Tier-Holocaust zu vergleichen!

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TIERE NUTZEN ?

Tiere nutzen ? Ist nicht nur eine Frage der Ethik, sondern gleichsam eine der Vernunft, wie des Kenntnisgewinns. Die Frage ist komplex und kann nur differenziert beantwortet werden, wobei auch die Nutzung selbst als weitläufige Begrifflichkeit, zu definieren ist. Handelt es sich um eine humane, annehmbar humane, oder eine totale Nutzung, oder nur um ein Missverständnis bar Planungsabsicht. Unbehandelt soll hier die sprachliche Nutzung bleiben, ein selbständiges Kapitel mit dem Anspruch ideologisch begründeter Rechtfertigung für ein Unterfangen, dessen Moralität dem Wunschgedanken untergeordnet wird. Du darfst töten, weil die Natur tötet. Und weil Gott es befürwortet.

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Illusion Menschenwürde

Die Menschenrechte regeln die Beziehungen der Menschen untereinander und beschreiben einen globalen idealisierten Sollzustand für die Gattung Mensch. Sie betrachten den Mensch als isolierte Einheit, denn eine Verbindung zur übrigen Natur und den anderen Lebewesen wird in der Konvention ausgeklammert.
Die Präambel der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ (Resolution 217 A (III) der Generalversammlung vom 10. Dezember 1948, vom Vatikan nicht unterschrieben!) spricht von angeborener Würde des Menschen, einer Würde, in deren Genuss das Individuum zufällig durch Geburt und durch eine Laune der Natur gelangt mit der Folge, dass ein angeborenes Faktum dauerhaft wirkt und vom Geburtsmoment bis zur Todesstunde vorhanden ist.

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Metzger, Jäger & Co.

Die gefährlichsten Momente der Weltgeschichte waren stets die Zeitabschnitte, in denen es einer Einzelperson oder strukturierten Gruppierungen gelang, sowohl die Machthaber als auch die Schlüsselfiguren des Volkes hinter einem gemeinsamen Gedanken, einer Idee, einer Ideologie, hinter einem gemeinsamen Weltbild, zu vereinigen.

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Manifest zu den Grundrechten der Tiere

manifest_grundrechte_titel.jpgPrämissen und Maxime - Ein Auszug:

1. Die Fähigkeit des Denkens hat den Menschen zum mächtigsten Wesen der Erde werden lassen, ihn aber auf Grund dieser Fähigkeit von der übrigen Natur abgespalten.

2. Über Jahrtausende gefördert durch zahllose Religionen und Kulte mit ihren Gottesvorstellungen ...

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KARNISTISCHES MANIFEST

von Karim Akerma

Ich bin Karnist*. Dieser Ausdruck kommt von dem lateinischen Wort für Fleisch: caro, carnis. Karnist zu sein bedeutet, dass ich eine Entscheidung getroffen habe: Obwohl ich weiß, dass Menschen auch ohne Fisch und Fleisch sehr gut leben können, habe ich mich dazu entschlossen, weiterhin Tiere zu essen.
Es gibt da neuerdings einen vornehmen Ton unter Vegetariern: Man dürfe uns Fleischessern nicht bildhaft vor Augen führen, was wir bewirken, wenn wir Fleisch kaufen und essen. Die in Vereinen organisierten Vegetarier wollen uns mit Lammfellhandschuhen anfassen und uns vor allem keine grausamen Bilder aus den Schlachthöfen zeigen.

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Das Fleisch der Kritischen Theorie

von Karim Akerma

„Also, lieber Herbert, nachdem wir uns an Tafelspitz und Wiener Schnitzeln gestärkt haben, gehen wir zur Ästhetik über.“

Beißender philosophischer Humor: Wie man die Moral mit Löffeln fressen kann. Fortsetzung eines Gesprächs mit Herbert Marcuse unter Einbindung Adornos

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Carnedizee - Philosophie als fleischlastiges Denken statt brotlose Kunst

von Karim Akerma

Der Fleischskandal der Philosophie im Ausgang von Aurelius Augustinus
Nicht bloß die Agrarindustrie hat ihre Fleischskandale, auch die Philosophie: Seit vielen Jahrhunderten zerbrechen sich große Denker den Kopf darüber – sei es im Ohrensessel, sei es bei Tisch –, wie sie es bei aller Liebe zur Wahrheit bewerkstelligen können, auf das noch sehr viel leidenschaftlicher geliebte Fleisch nicht verzichten zu müssen. Insbesondere zwei Probleme stehen dem Weg des Fleisches auf den Teller der Denker im Wege. Da ist zum einen das christliche Gebot „Du sollst nicht töten!“, zum anderen das fast immer überreiche Parallelangebot an nichttierischer Nahrung.

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Die Tötung von Tieren und die Zerstörung von Pflanzen

Eine philosophische Betrachtung des Arguments:
„Warum sollte ich kein Fleisch essen? Vegetarier töten doch auch!“

Die These: Pflanzen sind keine lebenden Wesen, von denen sich sagen ließe, sie würden getötet. Wie diese Behauptung begründet werden kann, davon handeln die nachstehenden Zeilen.

Wer oder was lebt? Wer so fragt, bekommt vielleicht eine Antwort, die der folgenden ähnelt: „Lebendig sind alle funktionierenden Organismen, also alle Menschen, Tiere und Pflanzen.“ Gehen wir also für den Augenblick davon aus, alle Menschen, Tiere und Pflanzen seien lebende Wesen, und fragen wir jetzt: „Wer oder was kann getötet werden?“ Die Antwort auf diese Frage könnte lauten: „Alle Menschen, Tiere und Pflanzen.“ Probieren wir nun, wie leicht uns folgende drei Sätze von der Lippe gehen:

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Homo sapiens in der Falle – das Problem des Schweine-KZs?

Gedanken zu Tierschutz:

Jüngst habe ich als Natur- und Tierschützer in einer Stellungnahme für den BUND eine in Thüringen geplante Schweinezuchtanlage u.a. mit einem KZ verglichen, ohne jemanden namentlich zu benennen.  Ich tat dies, um unsere abgestumpften Mitmenschen für das Thema zu sensibilisieren. Lokal  ist mir das auch gelungen. Es gab einen Aufschrei, eine Strafanzeige und schließlich sogar eine Gerichtsverhandlung wegen meinem Vergleich. Der geplante Neubau ist zum Glück abgelehnt worden, allerdings war man zu feige, zuzugeben, dass Tierschutzgründe hier auch eine Rolle gespielt haben könnten, man berief sich ausschließlich auf Emissionen und Immissionen...

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Magnus Schwantje - Vorkämpfer für Tierrechte

Magnus Schwantje ist einer der bedeutendsten und konsequentesten Vorkämpfer für Vegetarismus und Tierschutz in Deutschland. Schwantje wurde 1877 in Oldenburg geborenen, war 1901-1904 Vorsitzender des Berliner Tierschutzvereins und gründete 1907 die Gesellschaft zur Förderung des Tierschutzes. Er engagierte sich schon damals für Vegetarismus und gab dazu die wichtige Monatsschrift Ethische Rundschau heraus. So stehen auf einem der Titelblätter die Worte Schopenhauers: "Das Mitleid ist die alleinige echt moralische Triebfeder - Die von mir aufgestellte moralische Triebfeder bewährt sich als die echte ... dadurch, daß sie auch die Tiere in ihren Schutz nimmt."

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Wie können wir Tierrechte verwirklichen?

Helmut F. Kaplan

Hinweis: Beim folgenden Text handelt es sich um die schriftliche Ausarbeitung der gleichnamigen Rede, die am 14. Mai 2011 beim „Event für Tierrechte“ am Kölner Domplatz gehalten wurde.

Ich arbeite nunmehr seit vielen Jahren in der Tierrechtsbewegung. Das ist schon allein wegen des Leidens, mit dem man dauernd konfrontiert wird, keine besonders angenehme Tätigkeit. Und das letzte Jahr war besonders schwierig. Denn BIS vor einem Jahr konnte man sich sagen: Wenn es uns nur gelänge, die Menschen über die grauenhaften Fakten im Zusammenhang mit der Fleischproduktion aufzuklären, sie hinreichend zu informieren, dann würden sich die Dinge schon in die richtige Richtung verändern.

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